Abgerechnet wird am Aschermittwoch

Mit kernigen Sprüchen wie „Finanzminister Michael Spindelegger ist nur dann einen Euro wert, wenn er beim Billa ein Einkaufswagerl schiebt“ rechnete FPÖ-Obmann HC Strache beim gestrigen traditionellen politischen Aschermittwoch in Ried mit der rot-schwarzen Bundesregierung ab. In der bis auf den letzten Platz gefüllten Jahnturnhalle wurde den 2.000 Besuchern bei Bier und Heringsschmaus ein Feuerwerk an Pointen geboten. Strache kritisierte unter anderem den „Steuererhöhungsrausch“ der Koalition, die „angeschnapselt“ gewesen sein müsse. Im Hinblick auf die anstehende EU-Wahl im Mai hielt er fest: ÖVP-Kandidat Othmar Karas sei ein „EU-Fanatiker“, der in einer „EU-Fahnen-Unterhose herumläuft“.

FPÖ-Landeschef Manfred Haimbuchner ging in seiner Rede auf die vermeintliche Erneuerung der oberösterreichischen ÖVP ein: „Landeshauptmann Pühringer bleibt. Die Kronprinzen scharren schon in den Startlöchern und verrosten schön langsam.“ Ginge das bei der ÖVP so weiter, dann werde er auch bei der Landtagswahl im kommenden Jahr der jüngste Kandidat sein. „Und so wie es aussieht auch im Jahr 2021.“

Die ÖVP entwickelt sich zur Unsicherheitspartei.

Heftige Kritik übte Haimbuchner an den Plänen von ÖVP-Innenministerin Johanna Mikl-Leitner, 21 Polizeiposten im Land schließen zu wollen. Ihr Vorhaben würde die Sicherheit im ländlichen Raum massiv gefährden. „Gibt es in Zukunft dann nur mehr Callcenter? Hoffentlich hängt man dann nicht in der Warteschleife, wenn man Hilfe braucht.“

Einen Seitenhieb auf den früheren SPÖ-Landeshauptmannstellvertreter Josef Ackerl, der am „Kulturpolitischen Aschermittwoch“ zeitgleich in der Rieder Bauernmarkthalle teilnahm, konnte sich Haimbuchner nicht verkneifen: „Ein Sozialist in der Bauermarkthalle ist wie ein Vegetarier in der Fleischhauerei.“