Asylunterkünfte in Wels und Freistadt fix

In die Suche nach österreichweit 2.500 zusätzlichen Erstaufnahmeplätzen für Asylwerber kommt jetzt Bewegung. Am Montag bezogen in der ehemaligen psychiatrischen Klinik in Wels bereits die ersten Asylanten ihre Betten. Sie stammen aus Bosnien, Georgien, Iran, Nigeria und Somalia. Im Jänner sollen weitere Asylwerber aus Syrien folgen. Insgesamt sollen dort bis zu sechzig Personen untergebracht werden. SPÖ und ÖVP hatten sich darauf geeinigt, das 23.000 Quadratmeter große Areal in der Linzer Straße als Übergangsquartier bis 30. Juni kommenden Jahres bereitzustellen. Die Freiheitlichen sammelten bis zuletzt Unterschriften dagegen.

In Freistadt haben Bürgermeister Christian Jachs und Soziallandesrätin Gertraud Jahn dem Angebot von Verteidigungsminister Gerald Klug zugestimmt, in der Tilly-Kaserne (Bild) Asylwerber unterzubringen. Fünfzig Asylanten können dort ab Ende Jänner vorübergehend Quartier beziehen. Zuvor müssen noch notwendige Adaptierungsarbeiten im Kasernenbereich durchgeführt werden. Dabei würden laut Soziallandesrätin Jahn Vorkehrungen getroffen, dass einerseits der laufende Ausbildungsbetrieb in der Kaserne gesichert bleibe, und andererseits der Kasernenbetrieb für die Flüchtlinge nicht spürbar werde. „Wir hoffen hier auf das Verständnis jener, die in der Kaserne ihren Dienst tun, dass hier nun etwas enger zusammengerückt werden muss“, so Jahn.

Der Linzer Stadtrat Detlef Wimmer bezeichnete als FPÖ-Städtebund-Sprecher das Vorhaben hingegen als „Unfug“: „Während in anderen Bundesländern bis zur Kleinstadt hinunter möglichst viele Militärliegenschaften erhalten werden, betreibt das rote Duo Jahn und Verteidigungsminister Gerald Klug Raubbau an unserer Sicherheit.“ Außerdem sei Österreich, so Wimmer, von sicheren Drittstaaten umgeben. Abgesehen von wenigen „Flugpassagieren“ müsse also niemand in Österreich Asyl beantragen.