Bekommt Wels ein Aufnahmezentrum?

Nach der regen Diskussion über ein Containerdorf bei der Welser Hessenkaserne und einem Asylquartier auf dem Gelände der Asfinag in der Messestadt, vermehren sich nunmehr die Gerüchte, dass in die ehemalige Frauenklinik, die seit letztem Jahr in Privatbesitz ist, ein Aufnahmezentrum eingerichtet werden soll. Konkret soll die Fremdenpolizei dort ihre Amtshandlungen verrichten und Flüchtlinge medizinisch untersucht werden. Behördlich erfasst werden könnten täglich bis zu 100 Asylwerber, dauerhaft wohnen weitere 200 Flüchtlinge auf dem Areal.

Kommt dieses Zentrum, seien die Pläne bei der Hessenkaserne und dem Asfinag-Gelände überholt. Zusätzlich will man Wels mit 70 zusätzlichen Polizisten dazu bringen, diesen Plänen zuzustimmen. Der grüne Integrationslandesrat Rudi Anschober zieht das Argument aus dem Hut, wonach Wels mit Abstand die wenigsten Quartiere habe. Vergessen wird dabei aber offenbar, die hohe Quote an Migranten, die bereits in der Stadt leben.

Nicht nur vom freiheitlichen Bürgermeister Andreas Rabl werden die Pläne abgelehnt, er hat bereits sein Veto angekündigt. Auch die Welser ÖVP ist dagegen. Rechtlich gesehen würde bei diesem Aufnahmezentrum das „Durchgriffsrecht des Bundes“ nicht wirken, weil es ja um kein Quartier, sondern um eine Behörde handelt, die in die Frauenklinik kommen würde.

„In einem Welser Erstaufnahmezentrum könnten eines Tages Zustände herrschen wie vor einem Jahr in Traiskirchen“, so Rabl gegenüber den „Oberösterreichischen Nachrichten“. Verschleiern Asylwerber ihre Identität, setzen die Bundesbehörden sie auf die Straße. Scheitern Bund und Land mit ihren Plänen für ein Aufnahmezentrum in dem ehemaligen Spital, gibt es für Wels kaum noch Möglichkeiten ein Flüchtlingsquartier vor der Hessenkaserne verhindern zu können. Rabl hält unmissverständlich fest: „Ich will beides nicht. Anders als ein Aufnahmezentrum hat ein Containerdorf aber ein Ablaufdatum.“