Blauer Wahlauftakt am Volksfest mit Asylkritik

Im bis zum letzten Platz gefüllten Festzelt auf dem Welser Volksfest haben die Freiheitlichen am Samstag offiziell ihren Bundespräsidentschaftswahlkampf eröffnet. Trotz Wahlkartenfiasko wurden die 5.000 anwesenden Besucher von FPÖ-Kandidat Norbert Hofer, Bundesparteiobmann HC Strache und Landesparteichef Manfred Haimbuchner auf die bevorstehende Wahlauseinandersetzung eingeschworen.

Oberösterreichs FPÖ-Chef Manfred Haimbuchner thematisierte mit deutlichen Worten die sexuellen Übergriffe durch Asylwerber am Welser Volksfest. „Lügen wir uns nichts vor. Was passiert den afghanischen Asylwerbern, die letzte Woche hier am Welser Volksfest die Frauen sexuell belästigt haben? Sind wir uns ehrlich, es passiert ihnen nichts. Die nehmen unseren Rechtsstaat nicht mehr ernst. Zu Hause in ihren muslimischen, arabischen Ländern dürfen sie nicht einmal den Koran schief anschauen, dann landen sie in einem Erdloch und bei uns bezahlt man ihnen noch einen Dolmetscher und die Grundversorgung“, kritisierte Haimbuchner.

Die rot-schwarze Bundesregierung sekkiere die Fleißigen bis aufs Blut, während die Einwanderer nicht in die Schranken gewiesen würden. „Sicherheit und Ordnung gehen flöten“, so Haimbuchner. Die FPÖ jedoch werde für mehr Sicherheit kämpfen. Leistung müsse sich wieder lohnen. Der Sozialstaat dürfe kein Selbstbedienungsladen werden.

Norbert Hofer: „Ich werde euch als Bundespräsident wieder besuchen!“

Auch Präsidentschaftskandidat Norbert Hofer setzte in seiner immer wieder von „Hofer, Hofer“-Sprechchören unterbrochenen Rede auf das Zuwanderungsthema. „Bei Zuwanderung muss es eine Mischung sein aus Menschlichkeit und Vernunft.“ Er sagte aber auch: „Wir können nicht zulassen, dass die große Mehrheit der Menschen Wirtschaftsflüchtlinge sind – ja nicht einmal das, weil die große Mehrheit wandert ins Sozialsystem ein. Wenn wir das zulassen, hat das nichts mit Menschlichkeit zu tun, sondern mit Dummheit.“

Mit der Verschiebung des Wahltermins habe er „keine Freude“. „Warum werden die Wahlkarten nicht nachgedruckt? Warum geht man diesen Weg nicht, warum will man später wählen? Denken wir einmal darüber nach.“ Und: „Wenn irgendwer glaubt, dass mir die Luft ausgeht, nur weil die Wahl später ist, der irrt gewaltig. Ich bin bereit, weiterzukämpfen, egal wann der Wahltermin ist. Ich werde mich nicht verstellen und werde meinen Wahlkampf auch nicht unterbrechen.“ In Richtung seiner politischen Gegner findet Hofer klare Worte: „Je mehr ihr mich bekämpft, umso stärker werde ich. Ich lasse mich von meinem Weg nicht abbringen. Und ich werde Bundespräsident der Republik Österreich.“

„Ich mache keine Angst sondern Hoffnung, damit wir unser Österreich wieder zurückbekommen. Wir wollen unser Österreich zurück, in dem die Verwaltung und Wettbewerbswirtschaft funktioniert. Ich werde Unternehmern die Bühne geben. Ich werde Schulen, Universitäten und Altenheime besuchen. Ich werde mich nicht in der Hofburg verstecken, sondern bei euch sein“, versprach Hofer. „Wir werden den Weg der Vernunft und der Hoffnung weitertragen und ich werde euch als Bundespräsident wieder besuchen! Alles Gute“, schloss Hofer.

Strache will radikal-islamische Gebetshäuser zusperren

Bundesparteiobmann HC Strache sprach in seiner Rede vor allem die Missstände bei der Bundespräsidentenwahl an. „Man kann an Zufälle glauben, man kann es als Versagen werten – aber es bleibt ungeheuerlich, dass diese Regierung es nicht schafft, eine ordnungsgemäße Wahl auf die Beine zu stellen“, kritisierte Strache. „Offensichtlich haben SPÖ, ÖVP, Grüne und NEOS in irgendeinem Hinterzimmer gemeinsam bereits beschlossen, dass der Innenminister am Montag die Wahl absagt.“ Strache ortete „taktische Überlegungen“ der anderen Parteien, „da Norbert Hofer aktuell in den Umfragen vorne liegt“. Aber: „Schon einmal hat der David gegen den Goliath gewonnen. Unser Norbert Hofer wird Bundespräsident!“

Großen Jubel erntete der Parteichef, als er ein Ende jeglicher EU-Beitrittsgespräche mit der Türkei forderte: „Wir haben es mit einer islamistischen Präsidialdiktatur in der Türkei zu tun. Ein Land, das sich so entwickelt, da braucht es Sanktionen, aber keine Beitrittsgespräche“, sagte Strache. Mit anhaltenden „HC“-Sprechchören wurde schließlich seine Ankündigung bedacht, er werde „radikal-islamische Vereine und Gebetshäuser“ zusperren, sollte er Kanzler werden.

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