Deutsch als Schlüssel zur Wohnung

Im Mai letzten Jahres haben die Genossenschaften in Oberösterreich ihre Vergaberichtlinien geändert. Nicht-EU-Bürger müssen nunmehr Deutschkenntnisse nachweisen können, um eine geförderte Wohnung zu erhalten. Seit September 2014 gilt das auch für die Vergabe von Gemeindewohnungen der Stadt Wels. Die gemeinnützigen Genossenschaften haben damit eine langjährige Forderung von FPÖ-Wohnbaulandesrat Manfred Haimbuchner aufgegriffen. Im Interview erklärt er, warum das Prinzip „Ohne Deutsch keine Wohnung“ ein vernünftiger Ansatz ist.

Was war der Grund für diese Änderung?
Manfred Haimbuchner: Für eine gute Nachbarschaft ist es notwendig, dass man miteinander sprechen kann. Der Nachweis von Grundkenntnissen der deutschen Sprache stellt das sicher. Es ist schwierig, sich an die Hausordnung zu halten, wenn man diese nicht versteht.

Denken Sie, dass ein solches Vorgehen der richtige Schritt ist?
Haimbuchner: Auf jeden Fall. Nur durchs Reden kommen die Leut’ zam. Man muss den Weg des Forderns und des Förderns gehen. Letztendlich muss jemand eine Sanktion spüren, sonst gibt es für ihn überhaupt keinen Anreiz, sich zu integrieren. Und Integration erfolgt hauptsächlich über die Sprache.

In Wels wurden von FPÖ-Wohnbaureferent Andreas Rabl ebenfalls die Richtlinien für die Vergabe von Gemeindewohnungen der Stadt geändert. Auch hier sind nun Deutschkenntnisse für eine Wohnung nötig.
Haimbuchner: Nicht EU-Bürger müssen in Wels mindestens zehn Jahre wohnen, um Anspruch auf eine Gemeindewohnung zu haben. Da kann man dann doch bitte Deutschkenntnisse erwarten. Und wenn jemand zum Sprechtag mit einem Dolmetscher kommt, dann ist wohl mehr als deutlich erkennbar, dass er keine ausreichenden Sprachkenntnisse hat.

Was ist das nächste Ziel?
Haimbuchner: Ich will erreichen, dass diese Richtlinie der Genossenschaften langfristig gesetzlich verankert wird. Dass dies machbar ist, zeigt ja ein von Universitätsprofessor Andreas Hauer von der JKU Linz erstelltes Gutachten.