EU will Pflanzen patentieren

Bereits vor zwei Jahren wurden von der EU erstmals zwei Pflanzenzüchtungen patentiert. Schon damals hagelte es massive Kritik. Nun genehmigte das EU-Patentamt (EPA) ein Patent auf konventionelle Gemüsezüchtung.

Diese herkömmliche Variante der Gemüsezüchtung galt bisher als nicht patentierfähig, da Pflanzen als Produkte der Natur keine Erfindung darstellen würden. Nun kontert die EU mit dem Einwand, dass gezielte Züchtungen eine Form der Kreativität seien, wenn Gemüsesorten entwickelt würden, die grundlegend von der Ursprungssorte abweichen. Um einen solchen Fall handle es sich zum Beispiel bei der Züchtung einer Brokkoli-Variante, die angeblich krebsvorbeugenden Stoffe beinhalten würde. Hinter solchen und ähnlichen Entwicklungen stecken zumeist Großkonzerne, die bereits jetzt Dreiviertel des internationalen Saatgutmarktes beherrschen. Darunter fällt neben dem umstrittenen Saatgutriesen Monsanto auch das deutsche Chemieunternehmen Bayer.

Das Ergebnis dieser Ausweitung das Patentrechtes, so fürchten Kritiker, könnte zu einem Rückgang der biologischen Artenvielfalt führen. Selbst afrikanische und südamerikanische Stämme wären vom Ausbau des Patentrechtes betroffen und könnten dadurch im traditionellen Gebrauch ihrer Pflanzen eingeschränkt werden. Auch in Österreich seien kleine wie mittelständische Bauern künftig dazu gezwungen, Lizenzgebühren für die Verwendung von Saatgut zu entrichten. Großunternehmen wie Syngenta beispielsweise argumentieren den angeblichen „Entwicklungsschutz“ durch die hohen Forschungskosten. Bereits jetzt existieren über 100 Patentanträge zu konventionelle Pflanzenzüchtungen.

Für die FPÖ ist dies eine besorgniserregende Entwicklung. „Welches Szenario uns die allmächtigen weltweiten Finanzstrukturen gebracht haben, ist mit der Finanz- und Wirtschaftskrise hinlänglich bekannt. Eine Patentierung von Saatgut ist ein weiterer Schritt in Richtung Monopolstellung von Weltkonzernen am Lebensmittelsektor. Diese Machtkonzentration gilt es zu verhindern“, sagt der freiheitliche Landesparteiobmann Manfred Haimbuchner.