Flüchtlinge und Zuwanderer lassen Arbeitslosigkeit ansteigen

Österreich ist seit der Wirtschaftskrise mit einer noch nie dagewesenen Rekordarbeitslosigkeit konfrontiert. Im Juli hatten 379.679 Personen keinen Job, um 0,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Besonders stark stieg die Arbeitslosigkeit bei Älteren ab 50 Jahren (plus 5,9 Prozent). Laut AMS haben sie besonders schlechte Chancen, eine Arbeitsstelle zu finden.

Auffallend ist, dass Zuwanderer am Arbeitsmarkt immer weiter zurückfallen. Nach jüngsten Erhebungen des AMS haben bereits 28,2 Prozent und somit mehr als ein Viertel der Arbeitslosen im Land keine österreichische Staatsbürgerschaft, ganze 41 Prozent der Arbeitslosen haben einen Migrationshintergrund.

Auch die Eingliederung von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt gestaltet sich schwierig. Von den 9.520 Personen, die im Vorjahr einen Asylstatus erhielten und sich beim AMS meldeten, waren Ende Juni nur 957 beschäftigt. 90 Prozent der Flüchtlinge fanden also keinen Job.

Helmut Hofer, Arbeitsmarktexperte am Institut für Höhere Studien, rechnet damit, dass die Flüchtlinge den Arbeitsmarkt noch länger belasten werden. „Ein Akademiker in Syrien kann etwas anderes sein als bei uns.“ Mit rund 25.000 Personen sei überdies erst ein kleiner Teil der gut 110.000 Personen, die seit 2015 in Österreich Asylanträge gestellt haben, beim AMS vorstellig geworden. Zuletzt waren laut Angaben von Eurostat immerhin noch 84.000 Asylverfahren offen.

„Österreicher ohne Arbeit müssen Vorrang vor ausländischen Arbeitskräften haben“, fordert Oberösterreichs FPÖ-Landesparteiobmann Manfred Haimbuchner. Er will den heimischen Arbeitsmarkt für Ausländer sperren. „Erst wenn die Konjunktur sich wirklich erholt, kann die Freizügigkeit durchaus für entsprechend Qualifizierte zum Tragen kommen.“ Drittstaatsangehörige sollen seiner Ansicht nach ausgewiesen werden, wenn sie länger keine Beschäftigung vorweisen können. „Zieht die Bundesregierung mit dem zuständigen Sozialminister Alois Stöger nicht endlich die Notbremse, werden weder der Arbeitsmarkt noch das Sozialsystem diese Entwicklung auf Dauer ertragen können“, warnt Haimbuchner.