FPÖ für Aus des Binnen-I

Rege wird derzeit die Abschaffung des Binnen-I diskutiert. Denn teilweise treibt die gendergerechte Sprache wahrlich merkwürdige Stilblüten. So meinte ein übereifriger Nachrichtensprecher letztes Wochenende sogar, die Floskel „Otto Normalverbraucher“ müsse geschlechtergerecht auf „Otto und Ottilie Normalverbraucher“ abgeändert werden. FPÖ-Bildungssprecherin Silke Lackner hält dazu fest: „Mit dieser Form der Geschlechterbezeichnung kann die FPÖ nichts anfangen. Die Verwendung des großen ‚I‘ im Wortinneren widerspricht nicht nur den Regeln der Rechtschreibung, sondern erschwert auch die Lesbarkeit vieler Schriftstücke.“ Ein FPÖ-Antrag zur Abschaffung des Binnen-I wird jetzt im Ausschuss des Oberösterreichischen Landtags diskutiert.

Bereits das Normungsinstitut hat festgehalten, dass es keine Rechtschreibregel gibt, die die Verwendung des Binnen-I rechtfertigt. Großbuchstaben gibt es nur am Wortanfang oder bei durchgehender Schreibweise in Blockbuchstaben. Oftmals kommt es deshalb zu mehr als skurrilen Wortkonstrukten. Spricht man etwa von „LehrerInnen“, ist unklar, ob nun Lehrerinnen UND Lehrer gemeint sind oder Lehrerinnen ODER Lehrer. Zudem gibt es Worte, die für das Binnen-I völlig ungeeignet sind, etwa „Bürgermeister“. „Hier müsste es eigentlich ‚BürgerInnenmeisterInnen‘ heißen, vor einer erfolgreichen Wahl sogar ‚BürgerInnenmeisterInnenkandidatInnen‘. Das ist definitiv unaussprechbar und völlig absurd“, so Lackner.

Die Freiheitlichen treten für die Abschaffung des Binnen-I ein. „Sinn macht es, die Geschlechter zu trennen und vollständig anzuführen. Das weibliche zuerst“, sagt Lackner. „Denn der Erfolg der Frauen hängt nicht vom Binnen-I ab, da die wahren Probleme etwa bei der ungleichen Bezahlung von Frauen liegen. Die gendergerechte Schreibweise wird dem weiblichen Geschlecht wohl kaum zu einem höheren Gehalt verhelfen.“