FPÖ gegen Geschlechtertrennung beim „Kompetenzcheck“ für Flüchtlinge

Der „Kompetenzcheck“ für Flüchtlinge beim AMS Wien wird nach Geschlechtern getrennt und in der Muttersprache der Flüchtlinge durchgeführt. Viele Flüchtlinge würden sonst nicht an den Kursen zur Klärung ihrer Qualifikation teilnehmen, heißt es aus dem AMS. Auch Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) verteidigt die getrennte Durchführung: Wenn jemand „30, 40 Jahre in gewissen Kreisen aufgewachsen ist, hat er am Anfang ein Problem.“ Man müsse solche Menschen langsam dorthin bringen, wie man „bei uns lebt“.

Das Pilotprojekt in Wien läuft seit September, demnächst soll es den „Kompetenzcheck“ auch in Linz und später in allen anderen Landeshauptstädten geben.

Kritik daran kommt von FPÖ-Landesparteiobmann Manfred Haimbuchner: „Diese Entwicklung geht in die komplett falsche Richtung. Integration ist auch, unsere Werte zu vermitteln und zu leben. Die Gleichberechtigung von Mann und Frau ist eine zentrale Errungenschaft unserer Gesellschaft und muss von Anfang an klar gegenüber Fremden in unserem Land kommuniziert werden.“

Haimbuchner begrüßt daher auch ausdrücklich die Ankündigung des AMS Linz, den „Kompetenzcheck“ in Oberösterreich auch weiterhin nicht nach Geschlechtern zu trennen:„Diese falsch verstandene Toleranz, die hier erneut vor allem von der SPÖ gelebt wird, muss schleunigst beendet werden.“ Zwar seien die Äußerungen von Integrationsminister Sebastian Kurz (ÖVP) zu dieser Praxis begrüßenswert, Haimbuchner hofft jedoch auch, dass es bei Integrationsverweigerung auch zu entsprechenden Sanktionen seitens des Staates kommt: „Hier sind etwa die Kürzung der Mindestsicherung bis zur Hälfte ins Auge zu fassen, oder andere Sanktionen vorzusehen, damit den Ankündigungen auch Taten folgen.“