FPÖ sieht Fortbestand der heimischen Landwirte in Gefahr

Die FPÖ Oberösterreich setzte am Samstag ihre „Heimat-Tour“ mit einer Veranstaltung auf der Rieder Landwirtschaftsmesse fort. Vor über 6.000 Zuhörern betonten FPÖ-Landesparteiobmann Manfred Haimbuchner und Bundesparteiobmann HC Strache die Wichtigkeit des ländlichen Raumes und der landwirtschaftlichen Struktur für die Identität und die Wirtschaft Österreichs.

In Zeiten der zunehmenden Globalisierung und der fehlgeleiteten Landwirtschaftspolitik der Europäischen Union stünden die heimischen Bauern mit dem Rücken an der Wand, warnten die beiden FPÖ-Politiker. Allein im Jahr 2014 mussten sechs landwirtschaftliche Betriebe täglich aufgeben, oder wurden von Großbetrieben geschluckt. Von derzeit noch knapp 170.000 Betrieben in Österreich sind es zwischen 14 und 20 Prozent, die jährlich zusperren müssen.

Besonders die Schweine- und Milchbauern sind in ihrer Existenz bedroht: Die Russland-Sanktionen und der Fall der Milchquote sorgen für Probleme. Vor einem Jahr erhielten die Milchbauern noch brutto 46 Cent pro Liter, im April des heurigen Jahres waren es 38 Cent, aktuell sind es noch ganze 30 Cent.

Katzenfutter teurer als Schweinefleisch

Dieser Entwicklung will sich der freiheitliche Spitzenkandidat für die Landtagswahl am 27. September, Manfred Haimbuchner, entgegenstellen: „Die FPÖ bekennt sich eindeutig zur Heimat und zum ländlichen Raum. Als wichtige Grundlage für den ländlichen Raum sieht die FPÖ eine konkurrenzfähige, kleinstrukturierte Landwirtschaft, die für die einheimische Bevölkerung möglichst eine vom Ausland unabhängige Grundversorgung sicherstellen kann. Dazu gehören auch eine Förderung der regionalen Lebensmittel und ein fairer Milchpreis.“ Und weiter: „Laut einer Umfrage überlegt jeder zweite Bauer, den Hof aufzugeben. Das wäre eine Katastrophe für die Ernährungssicherheit und den Produktionsstandort“, zeigt der FPÖ-Landesparteiobmann auf, dass ein Landwirt nach einem arbeitsreichen Leben im Durchschnitt 715 Euro an Pension hat. „Das ist weniger als ein Asylberechtigter mit der Mindestsicherung von monatlich 860 Euro hat. Das ist eine Ungerechtigkeit.“ Die Einkommenssituation der Bauern sei dramatisch, die Preise am Boden. So würden derzeit die Schweinebauern in Wahrheit drauf zahlen. „Weder die ÖVP noch der Bauernbund unternehmen etwas dagegen. Aber kein Wunder: Denn im Landtag sitzen ja Kammerfunktionäre für die Schwarzen. Und die machen keine Agrar-, sondern eine Kammernpolitik. Es stimmt doch etwas nicht in diesem Land, wenn ein Kilogramm Katzenfutter 6,50 Euro kostet und für ein Kilo Schweinefleisch man nur 3,90 Euro bezahlt.“ Haimbuchner erinnerte daran, dass die ÖVP unter anderem auch in Brüssel für TTIP gestimmt habe und auch die unsäglichen Russlandsanktionen würden dazu beitragen, dass die Situation für die Bauern derzeit mehr als schwer sei. „Wir brauchen keine Russland-Sanktionen, die Russen sind nicht unsere Feinde. Es muss möglich sein, dass unsere Betriebe nach Russland exportieren können.“

Auch Bundesparteiobmann Strache betonte die Wichtigkeit des ländlichen Raumes für die freiheitliche Politik: „Die Europäische Union versucht mit TTIP das US-amerikanische Rechtssystem in Europa und Österreich zu implementieren und die ÖVP tut dabei fleißig mit. Dadurch werden vor allem unsere Bauern weiter in ihrer Existenz bedroht. Wir werden uns dafür einsetzen, diese Entwicklung umzukehren: Die Bauern und der ländliche Raum sind wichtige Grundlagen für unsere alpenländische Tradition und Identität!“

Fotos von der „Heimat-Tour“

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