NAbg. DI Deimek: Europa hat keine energiepolitische Alternative zu Russland

Schluss mit Sanktionsimperialismus

Österreich ist zu 60 Prozent direkt von russischen Erdgaslieferungen abhängig. Zudem zählt Russland zu den bedeutendsten Erdöllieferanten unseres Landes. „Die polemische Rhetorik und die einseitige Haltung der EU gegenüber Russland gefährden unsere Interessen im Energiesektor“, kritisiert der FPÖ-Klubobmann im Wiener Gemeinderat, Mag. Johann Gudenus. Die Rechnung für das Vabanquespiel würden am Ende die Haushalte zahlen. Westlichen Universalismus habe schon Samuel P. Huntington als Gefahr betrachtet. „Diese Einschätzung bestätigt sich jetzt eindeutig. Der Rest der Welt ist nicht unsere kulturelle Kolonie“, führt Gudenus aus.

„Wirtschaftsbeziehungen dürfen nicht politisch instrumentalisiert werden. Das sollte ein Grundsatz von vorgeblichen Vorkämpfern der freien Marktwirtschaft sein. Ein Wirtschaftskrieg würde uns in eine neuerliche Wirtschaftskrise führen“, betrachtet der FPÖ-Nationalratsabgeordnete Gerhard Deimek, der seine Partei im Energiebeirat und dem Energielenkungsbeirat vertritt, die aktuelle Entwicklung mit Sorge. „Russland hat uns über Jahrzehnte hinweg zuverlässig mit Energie beliefert. Über alle diplomatischen Höhen und Tiefen hinweg. Dieses Fundament unseres Wohlstandes sollte nicht untergraben werden“, wünscht sich Gudenus maßvolle und ausgewogene Politik. „Wir haben keine realistische Alternative zu Russland und seinen Energielieferungen. Es ist auch nicht in unserem Interesse, uns in eine Abhängigkeit vom arabischen Raum und den USA manövrieren zu lassen. Das wäre wohl eine Sackgasse“, gibt Gudenus zu bedenken.

„Ich möchte vor dieser Eskalationspolitik warnen. Das Zeitalter des Merkantilismus ist vorbei. Sanktionsimperialismus kann nicht das Rezept des 21. Jahrhunderts sein“, schließt Deimek.