Junges Wohnen: Scheinheilige SPÖ

Im Oktober 2014 wurde nach langem Tauziehen die von der FPÖ initiierte neue Förderschiene „Junges Wohnen“ in der oberösterreichischen Landesregierung beschlossen. Jetzt im Wahlkampfjahr kritisiert die SPÖ, dass „zu wenig für junge Wohnungssuchende getan werde“.

Kolumne „Ohne Maulkorb“

Bei genauerer Betrachtung ist das nur ein billiger Wahlkampf-Schmäh: Denn wer hat die Roten in den zurückliegenden 30 Jahren gehindert, als Verantwortliche für Wohnbauangelegenheiten die Weichen für „Junges Wohnen“ zu stellen? Als sie in der Verantwortung waren, befanden sie sich im Dornröschenschlaf. Manfred Haimbuchner ist es in seiner ersten Amtszeit als freiheitlicher Wohnbaulandesrat bereits gelungen, eine entsprechende Förderschiene einzuführen. Gefördert wird die Errichtung von 30 bis 65 Quadratmeter großen Wohnungen für Antragssteller bis zur Vollendung des 35. Lebensjahres. Mit dieser Förderung sollte eine Wohnung mit 45 Quadratmeter nicht mehr als 320 Euro kosten.

Und die SPÖ? Der Verdacht steht im Raum, dass die roten Bürgermeister im Land von der Parteizentrale angewiesen werden, die finanziellen Mittel zur Umsetzung des Projekts „Junges Wohnen“ im Wahljahr nicht in Anspruch zu nehmen, weil man sonst dem blauen Landesrat helfen würde. Den Schaden hat – wie so oft – der Bürger. In diesem Fall die wohnungssuchenden jungen Menschen. Die können sich bei den verantwortlichen SPÖ-Politikern in ihren Gemeinden bedanken.