Klubobmann Ing. Mahr: Dringender Handlungsbedarf bei UMF-Betreuung

Anfragebeantwortungen zu Unbegleiteten Minderjährigen Flüchtlingen (UMF) legen Details zu Kosten, Aufsichts- und Betreuungspflichten offen

„Uns bleibt diese Betreuungsform ein Dorn im Auge“, kommentiert Klubobmann Herwig Mahr die beiden aktuellen Anfragebeantwortungen auf Initiative der FPÖ bezüglich Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge(UMFs). „Neben der Tatsache, dass die Kosten für aktuell 774 UMFs bundesweit auf über 400 Millionen Euro im kommenden Jahr laut Fiskalrat steigen werden, gibt es hier zahlreiche weitere Ungereimtheiten.“

Für UMFs gibt es verschiedene Betreuungs- und Wohnformen. Der Tageshöchstsatz für die kostenintensivste Unterbringungsform, der sogenannten ‚Wohngruppe‘, beträgt momentan 95 Euro. „Mehr als 86 Prozent sind in der teuersten Wohnform untergebracht. Das macht im Monat pro Person satte 2.898 Euro aus. Alleine für diese Unterbringungsform belaufen sich die monatlichen Kosten für gerade einmal 382 UMFs auf 1,1 Millionen Euro“, fordert Mahr kostengünstigere Alternativen. „Und die Tendenz zur teuersten Unterbringung steigt verglichen zum Vorjahr.“

Werden über 20 UMFs in der sogenannten ‚Wohngruppe‘ betreut, sinkt der Tageshöchstsatz auf 88 Euro pro Person. Dadurch sind immerhin rund 214 Euro weniger im Monat je UMF fällig.

„Offensichtlich gibt es keine einzige Wohngruppe mit mehr als 20 UMFs“, analysiert Mahr weiter die Anfragebeantwortung und kritisiert die ineffiziente Unterbringung. Da die durchschnittlichen Kosten einer „UMF-Wohngruppe“ laut Anschober-Beantwortung den monatlichen Höchstwert betragen, lässt sich daraus schließen, dass es bei der teuersten Wohnform keine einzige Einrichtung mit herabgesetzten Tagessätzen gibt.

„Ab 16 Jahren braucht es außerdem nicht automatisch eine kostenintensive 24-Stunden Betreuung. Im Gesetz sind wesentlich günstigere Unterbringungsformen vorgesehen, die in den meisten Fällen absolut reichen würden. Im Einzelfall sollte das erforderliche Betreuungsausmaß durch eine amtlichen psychologischen Schnelltest geprüft werden können“, unterstreicht Klubobmann Mahr den freiheitlichen Standpunkt.