Klubobmann Ing. Mahr zu Mathe-Bildungsstandards: Größter Handlungsbedarf bei Schülern mit Migrationshintergrund

OÖ: 27 Prozent der Schüler mit Migrationshintergrund erreichen Bildungsstandards nicht – Anteil ohne Migrationshintergrund liegt bei acht Prozent

„Der vorliegende Bericht ist grundsätzlich positiv. Er ist jedoch kein Grund zum Jubeln. Insgesamt haben 27 Prozent aller Schüler mit Migrationshintergrund die Bildungsstandards nicht erreicht. Bei jenen ohne Migrationshintergrund sind es lediglich acht Prozent. Hier ist also ein klarer Unterschied zu erkennen. Im Bericht ist darüber hinaus festgehalten, dass sich diese sogenannten ‚Gruppenunterschiede‘ seit der letzten Überprüfung 2012 kaum verändert haben“, analysiert Klubobmann Herwig Mahr die oö. Zahlen der aktuell vom Bildungsministerium veröffentlichen Ergebnisse der Bildungsstandards-Überprüfung in Mathematik in den achten Schulstufen und fordert weitere Maßnahmen.

Die Behauptung des amtsführenden Landesschulratspräsidenten Enzenhofer, die Ergebnisse seien ein Zeichen der gelungenen Integration, weist Mahr zurück: „Laut Bericht werden außerordentlich geführte Schüler nicht zur Überprüfung herangezogen. Seit 2012 ist deren Anteil in Folge der Flüchtlingswelle 2015 jedoch deutlich gestiegen. Das bestätigen auch die vorliegenden Ergebnisse. Schüler, die dem Unterricht nicht ausreichend folgen können, wurden also nicht getestet. Das waren in Oberösterreich immerhin knapp fünf Prozent der getesteten Schüler. Außerdem ist der absolute Erfolgsunterschied von Schülern mit und ohne Migrationshintergrund höher als in Österreich insgesamt.“

„Insgesamt haben 12 Prozent der oberösterreichischen Schüler bis zum Ende der 8. Schulstufe keine ausreichenden Mathematikkompetenzen erworben. Das sind etwa 1600 Schüler insgesamt, davon 650 mit Migrationshintergrund“, berichtet Mahr und sagt: „Unsere politische Aufgabe ist es nun, diese Anzahl zu verringern. Das Bildungssystem muss effizienter gestaltet werden. Denn gute Bildung ist ein wesentlicher Bestandteil für gelingende Integration und beruflichen Erfolg.“

„Höchst erfreulich ist, dass Oberösterreich im Bundesländervergleich an erster Stelle steht. Das zeigt ganz klar, dass unsere Pädagogen sehr gute Arbeit leisten“, sagt Mahr abschließend.