LAbg. Prim. Dr. Povysil: Schaffung von weiteren Lehrpraxisstellen nach Salzburger Modell einführen

Gegen den Ärztemangel: Jungmediziner sollen ein Jahr ihrer Ausbildung in Lehrpraxis absolvieren – Nachbar-Bundesland zeigt Finanzierung vor

„Im Rahmen ihrer Ausbildung sollen Jungmediziner künftig eines von drei Jahren ihrer Ausbildung zum praktischen Arzt verpflichtend in einer Lehrpraxis absolvieren. Sie sollen so die Arbeit des Allgemeinmediziners kennen und schätzen lernen“, sieht FPÖ-Gesundheitssprecherin LAbg. Prim. Dr. Brigitte Povysil hier eine Maßnahme gegen den Ärztemangel im ländlichen Raum. Ein Antrag auf Umsetzung bzw. Finanzierung liegt seit Monaten im Unterausschuss, während im Bundesland Salzburg ein entsprechendes Finanzierungsmodell bestens funktioniert.

„Bei einer durchschnittlichen Dauer der Lehrpraxis von sechs Monaten pro Turnusarzt können heuer nur 18 Jungärzte in 13 Lehrpraxen dieses Angebot in Anspruch nehmen. Viele interessierte junge Mediziner gehen leer aus, weil eine darüber hinaus gehende Finanzierung des Bundes fehlt“, weiß Povysil. „In Salzburg wird die Finanzierung von Lehrpraxisstellen von Land, Gebietskrankenkasse, Gemeinden und Ärztekammer übernommen. Oberösterreich soll hier nachziehen!“

„Die Schaffung von weiteren Lehrpraxisstellen ist eine wichtige Maßnahme gegen den vorherrschenden Ärztemangel. Gerade im ländlichen Raum sind Hausarztstellen oft zigmal ausgeschrieben, bis sich ein Interessent meldet“, weiß Povysil. „Mit der Ausbildung in einer Lehrpraxis sollen die jungen Mediziner durch praxisorientierte Ausbildung den Anreiz bekommen, sich im ländlichen Gebiet niederzulassen.“