LAbg. Wall im Landtag: Qualität der Pflege sicherstellen

Oö. Landtag beschließt Antrag zur Einführung eines österreichweit einheitlichen Qualitätssiegels im Pflegebereich 

„Durch das ‚Pflegegütesiegel‘ soll eine qualitativ hochwertige Betreuung langfristig sichergestellt werden“, begründet die freiheitliche Sozialsprecherin, LAbg. Ulrike Wall, in der heutigen Landtagssitzung den FPÖ-Antrag. „Betroffene Personen sollen so vor ’schwarzen Schafen‘ unter den Personalvermittlern geschützt werden. Außerdem muss unterbunden werden, dass unseriöse Vermittlungsagenturen sich indirekt an der staatlichen Förderung der 24-Stunden-Pflege bereichern, indem sie gutgläubige Familien und Betreuer mit überhöhten Spesen und Provisionen abzocken.“

„Der Staat fördert die 24-Stunden-Betreuung ohne Berücksichtigung festgelegter Qualitätserfordernisse. Knapp bei jedem fünften Förderansuchen fehlt der Nachweis einer Mindestqualifikation. Das führt dazu, dass auch unqualifiziertes, oft nicht Deutsch sprechendes Personal vermittelt wird“, kritisiert Wall die aktuelle Situation und unterstreicht die freiheitliche Forderung: „In Oberösterreich beanspruchen circa 4.000 pflegebedürftige Personen die Form der 24-Stunden-Betreuung – Tendenz seit Jahren steigend. Sie ermöglichen sich dadurch ein Leben in ihren eigenen vier Wänden und entlasten so unsere Pflegeeinrichtungen. Zur qualitativen Absicherung der 24-Stunden-Betreuung braucht es dringend ein bundesweit einheitliches Gütesiegel, wodurch pflegebedürftige Personen blind auf diese Betreuungsform vertrauen können.“

„Dankenswerterweise haben einige Hilfsorganisationen bereits ein eigenes Qualitätssiegel geschaffen“, spricht LAbg. Wall Initiativen von Caritas, Hilfswerk und Volkshilfe an. „Das ist leider nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Denn aktuell gibt es österreichweit rund 420 angemeldete Vermittlungsagenturen. Hier ist die Bundespolitik gefordert, endlich tätig zu werden.“