LAbg. Wall: Kostspielige Sprachförderung zeigt wenig Wirkung – nur 15 Prozent schaffen Niveau für Schuleintritt

Fördermittel werden sich vervierfachen – FPÖ fordert Umdenken bei Förderpraxis und klare Regeln für Integration

„Sind es derzeit fünf Millionen Euro, die jeweils von Bund und Land jährlich für die sprachliche Frühförderung aufgewendet werden, so könnte dieser Betrag für die Jahre 2015 bis 2018 auf 20 Millionen Euro ansteigen und sich somit vervierfachen“, sagt FPÖ-Familiensprecherin LAbg. Ulrike Wall. „Es ist erfreulich, wenn die im Vorschulalter besonders ausgeprägte Lernfähigkeit genützt wird. Allerdings muss die Förderpraxis rasch geändert werden, damit diese Steuermittel nicht verpuffen!“

„Ich fordere von Bildungs-Landesrätin Hummer einmal mehr eine Sprachstandsfeststellung für alle Kinder spätestens zwei Jahre vor Schuleintritt (statt derzeit einem Jahr). Die Testergebnisse dienen dem Land Oö als Basis für die Zuteilung der Fördermittel an die jeweiligen Kindergärten“, sagt Wall. „Diese erst im letzten Jahr bereit zu stellen, ist eindeutig zu spät! Das beweist die stetig steigende Zahl von außerordentlichen Schülern.“

Von 2.874 Kindern mit festgestellten Defiziten erreichten trotz mehrjährigem Kindergartenbesuch im Schuljahr 2013/14 lediglich 15 das Sprachniveau für den Übertritt in den Regelunterricht der Volksschule. 2.435 Kinder schleppen ihre Deutschdefizite mit und können als außerordentliche Schüler nicht oder nur teilweise benotet werden. Wall: „Erschreckend in diesem Zusammenhang sind die Zahlen aus einer aktuellen Studie des IHS, wonach 27 Prozent der Jugendlichen mit Migrationshintergrund ihre Schul- oder Lehrausbildung abbrechen. Ich fordere daher ein Umdenken bei der Förderpraxis, um die Zukunftschancen der Kinder zu verbessern und die hohen Budgetausgaben zu rechtfertigen.“

„Die Hauptverantwortung für das Erlernen der deutschen Sprache liegt selbstverständlich bei den Eltern“, so Wall. „Es ist ihre Mitarbeit daher gemäß einer langjährigen freiheitlichen Forderung vertraglich festzulegen und Integrationsverweigerung entsprechend zu sanktionieren!“