LAbg. Wall: Pflegenotstand droht – Ausbildungsreform für Pflegeberufe überfällig

Fachkräftestipendium ist kein Ersatz für Pflegelehre

„Den Absichtserklärungen der Bundesregierung müssen endlich Tagen folgen“, fordert die freiheitliche Sozialsprecherin LAbg. Ulrike Wall die unverzügliche Umsetzung einer Ausbildungsreform für Pflegeberufe.

Das im Vorjahr eingeführte Fachkräftestipendium für Mangelberufe ist zu begrüßen. Es dient aber lediglich Erwachsenen beim Wiedereinstieg oder Berufswechsel. „Zudem fehlt offensichtlich eine klare Abgrenzung dieses Stipendiums zu der vom Land OÖ geförderten Pflegeausbildung für Arbeitssuchende über die Altenheim-Implacement-Stiftung (ALIS)“, so Wall. „Da erwarte ich mir transparente Förderkriterien.“

Bereits im November 2012 hat der Oö. Landtag auf Initiative der Freiheitlichen die  Bundesregierung aufgefordert, die Ausbildungslücke zwischen 15 und 17 Jahren zu schließen. Wall: „Aber ein Bildungsangebot in berufsbildenden höheren Schulen ist nicht in Sicht, ebenso wenig wie die Schaffung eines Lehrberufs für Pflege.“

Der avisierte Pflegepersonalmangel erfordert es, alle sich bietenden Potentiale zu nützen. So auch Jugendliche, die nach der Pflichtschule in den Beruf drängen und nicht zwei Jahre bis zum derzeit möglichen Beginn einer Pflegeausbildung mit 17 Jahren warten möchten. „Die Schweiz und Vorarlberg zeigen es vor, dass auch junge Menschen ohne psychische Überforderung soziale Berufe erlernen können, indem die theoretische Ausbildung vorgezogen wird“, erläutert Wall. „Der Weg von der Lehre zur Matura und zum Studium steht allen offen. Ich halte es für den falschen Weg, den Schwerpunkt in diesem Berufsfeld auf die Akademisierung zu legen. Studienabsolventen werden ihre Hauptaufgabe nicht in der dringend benötigten unmittelbaren Pflege der bedürftigen Menschen sehen.“

„In Anbetracht der Versäumnisse der Bundesverantwortlichen erwarte ich, dass Oberösterreich einen Schritt voraus geht und wie Vorarlberg ein Modellprojekt mit einer vierjährigen kombinierten Lehrausbildung startet“, erinnert Wall an diesbezügliche FPÖ-Initiativen im Landtag. Anstelle auf neues Personal aus dem Ausland zu warten, soll Sozial-Landesrätin Jahn mit einer Pflegelehre der heimischen und auch der bereits im Land befindlichen zugewanderten Jugend endlich neue Berufschancen eröffnen.“