LAbg. Wall zum Tag der Altenarbeit: Pflegesystem finanziell und personell absichern

FPÖ fordert Entlastung für pflegende Angehörige und Ausbildungsoffensive für Pflegeberufe

„Familien sind die größte Stütze unseres Pflegesystems. Knapp 80 Prozent aller Pflegebedürftigen werden alleine von ihren Angehörigen oder mit der Unterstützung mobiler Hilfsdienste betreut und gepflegt. Dafür müssen sie neben unserer Anerkennung auch die entsprechende finanzielle Entlastung durch den Staat erhalten“, fordert die freiheitliche Sozialsprecherin, LAbg. Ulrike Wall, anlässlich des morgen stattfindenden Tag der Altenarbeit mit Nachdruck eine Reform des Pflegegeldes. „Inflationsbedingt hat das Pflegegeld mittlerweile ein Drittel des tatsächlichen Wertes eingebüßt. Dadurch sehen sich viele Betroffene gezwungen, auf Alten- und Pflegeheime zurückzugreifen“, gibt Wall zu bedenken, dass dieser Umstand dem Steuerzahler ein Vielfaches kostet.

Den Tag der Altenarbeit nimmt Wall auch zum Anlass, sich neben den pflegenden Angehörigen beim Personal der oberösterreichischen Alten- und Pflegeheimen zu bedanken. „Unsere Fachkräfte stehen unter großem Druck. Steigende administrative Tätigkeiten zehren zusätzlich an den knappen Personalressourcen“, sieht Wall einen Reformbedarf und erwartet eine ambitionierte Ausbildungsoffensive, um dem drohenden Personalengpass im Pflegebereich entgegenzuwirken.

„Diplompflegekräfte, welche vorwiegend in Krankenanstalten eingesetzt sind, werden als Mangelberuf anerkannt. Fachkräfte in der Altenpflege hingegen fallen hier durch den Rost“, wiederholt Wall ihre Kritik an den fragwürdigen Förderkriterien des AMS-Fachkräftestipendiums. Ohne finanzielle Unterstützung ist für viele Interessierte die mehrjährige Ausbildung nicht leistbar. „Das trifft auch Pflichtschulabgänger, die derzeit bis zum 17. Lebensjahr warten müssen, bis sie eine Pflegeausbildung beginnen können. Wer nicht so lange warten möchte, entscheidet sich oft für einen anderen Beruf“, sieht Wall dringenden Änderungsbedarf.

„Es schreitet zwar die Akademisierung des Pflegeberufs fort, aber am anderen Ende der Ausbildungsskala klafft eine Lücke“, zeigt Wall auf. „Deshalb fordert die FPÖ seit Jahren die Einführung eines Pflege-Lehrberufs nach Schweizer Vorbild sowie auf Basis eines Vorarlberger Modellprojekts“, setzt sich LAbg. Wall gegen den Personalmangel ein.