Landesrat Mag. Steinkellner: Bienenschutz beim Straßenbau

Biodiversität im Einflussbereich des Infrastrukturressorts

„Das Wissen um ökologische Zusammenhänge im Themenbereich Naturwiesen ist im Laufe der Jahre deutlich gestiegen. Im Rahmen der nachhaltigen Pflege von Naturwiesenflächen konnte das Infrastrukturressort wirkungsvolle Erfolge erzielen“, informiert Landesrat für Infrastruktur Mag. Günther Steinkellner.

Seitens der  Abteilung Straßenneubau und -erhaltung werden derzeit Straßenbegleitflächen im Ausmaß von ca. 3.120 Hektar betreut. Diese Flächen wurden gemäß den Erfordernissen der verkehrstechnischen, bautechnischen, landschaftspflegerischen und naturschutzrechtlicher Vorgaben sowie entsprechend ihrer ökologischen Ansprüche errichtet. Aufgrund von naturschutzrechtlichen Auflagen sind ca. 25 Hektar mit zertifiziertem Naturwiesensaatgut aus regionaler Herkunft begrünt.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Sonderstandorte, wie Fahrradwege, Verkehrsinseln, oder Mittelstreifen, die mit insektenfreundlichen regionalen Blühmischungen besämt wurden. Dabei wurde die Kombination der Pflanzenarten nicht nur an die jeweiligen Standortbedingungen angepasst, sondern auch auf eine kontinuierliche Versorgung der Insekten mit Pollen und Nektar im mittlerweile sehr nahrungsarmen Zeitraum von Juni bis Oktober geachtet.

Neben Wirtschaftlichkeit, Sparsamkeit und Zweckmäßigkeit spielt der ökologische Aspekt im Bereich der Straßenbegleitflächen eine zunehmend gewichtigere Rolle.

Durch optimale Anlage und besondere Pflege können naturschutzfachlich wertvolle Lebensräume entstehen. Diese wiederum leisten einen bedeutenden Beitrag zum Biotopverbund und damit zur Aufrechterhaltung und Sicherung der Biodiversität und zur Erhaltung der biologischen und genetischen Vielfalt.

Positive Entwicklungen:

In diversen Bereichen konnten bereits Erfolge erzielt werden. So beispielsweise in der Bodenvor- und Bodenaufbereitung. Diese gelingt unter Berücksichtigung der geologischen Untergrundverhältnisse, Bodenzusammensetzungen und des Nährstoffgehalt sehr gut. Hier erfolgt kein genereller Standard-Humusauftrag mehr, wie es zuvor langjährig üblich war. Mittlerweile werden je nach naturräumlichem Leitbild ein eher magerer Boden, Schotter, oder Sand aufgetragen. Auch der Ankauf von regionaltypischem und regional produziertem, zertifiziertem Saatgut funktioniert reibungslos. Meist werden Trockenrasen- und Halbtrockenrasenflächen, selten auch Feuchtwiesenareale initiiert. Wenn in den Materienrechtsbescheiden eine ökologische Bauaufsicht, Umweltbauaufsicht oder –baubegleitungen vorgeschrieben sind, werden entsprechende Pflegepläne erstellt und umgesetzt. Laufende Workshops für die Straßenmeistereien in Oberösterreich dienen der Weiterbildung und dem Verständnis ökologischer Zusammenhänge. Die Abteilungen Naturschutz, Straßenneubau und Erhaltung des Landes Oberösterreich sowie die Umweltanwaltschaft haben darüber hinaus einen abteilungsübergreifenden Arbeitskreis ‚Naturwiesensaatgut‘ gegründet. In diesem werden gemeinsame Diskussionen, Problemaufarbeitung und Abstimmungen mit ökologischen Schwerpunkten behandelt.

„Um die Biodiversität in Oberösterreich zu erhalten und dem Bienensterben entgegenzuwirken, werden in unserem Einflussbereich diverse Vorkehrungen getroffen und entsprechend der ökologisch einschlägigen Vorgaben umgesetzt“, so Steinkellner abschließend.