Landesrat Mag. Steinkellner: Erkältungen und Krankheiten sind ein gefährlicher Beifahrer

Bis zu 9.000 Unfälle als Folge von Arzneimittelkonsum

„Durch Medikamente hervorgerufene Wirkungen können sich negativ auf das Lenken von Kraftfahrzeugen auswirken und somit die Verkehrssicherheit beeinflussen“, warnt Landesrat für Infrastruktur Mag. Günther Steinkellner. Expert/innen schätzen, dass bis zu ein Drittel der am Markt erhältlichen Medikamente die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen können. Die Liste reicht von Schmerzmitteln über Psychopharmaka und Blutdrucktabletten bis hin zu Medikamenten gegen Grippe.

Bis zu 9.000 Unfälle passieren jedes Jahr in Österreich, weil der Lenker bzw. die Lenkerin offenbar unter Medikamenteneinfluss stand. Weil genaue Erhebungen schwer zu evaluieren sind, ist man auf Studien und Schätzungen angewiesen, welche die Dimensionen des Problems zu beschreiben. Nach einer deutschen Forschungsarbeit sollen immerhin 11 % der Autofahrer/innen im Alter von über 65 Jahren Medikamente einnehmen, die das Fahrvermögen beeinträchtigen. Dabei steigt nach Einnahme eines Schlaf- oder Beruhigungsmittels das Unfallrisiko um das 3,5-fache. Einen deutlichen Gefährdungsindex weisen Antipsychotika, Benzodiazepine und Anticholingerika auf.

Von den rund 12.000 in Österreich zugelassenen Arzneimitteln sind etwa 7.000 mit einem Warnhinweis bezüglich der Verkehrstüchtigkeit versehen. Die Leistungseinbußen durch Medikamenteneinnahme können mit einer Alkoholisierung von 0,3 bis 0,4 Promille verglichen werden.

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit weist darauf hin, dass

  • sogar gewöhnliche Schmerzmittel oder Mittel gegen Fieber oder Entzündungen schnell müde machen und stärkere Präparate sogar fahruntüchtig machen können
  • man nach der Einnahme von Beruhigungs- und Allergiemittel müde werden kann. Diese Müdigkeit soll niemals mit Aufputschmittel bekämpft werden, weil sie enthemmend wirken und die Gleichgültigkeit fördern
  • sich manche Präparate gegen Bluthochdruck oder Brechreiz, Augentropfen mit Wirkung auf die Pupille sich ebenfalls negativ auf die Fahrtüchtigkeit auswirken können
  • vor allem Psychopharmaka oder starke Präparate gegen Schmerzen und Fieber die Konzentrationsfähigkeit beeinflussen können.

„Gerade in den kälteren Monaten kommt es zu einer gehäuften Einnahme von Arzneimitteln. Im Sinne eines sicheren Straßenverkehrs möchte ich appellieren, die Gebrauchsinformationen und Wirkungen jedes Medikaments zu berücksichtigen“, unterstreicht Steinkellner abschließend.