Landesrat Mag. Steinkellner: Stärkster Winter der vergangenen Jahre

Später Beginn, aber tiefe Temperaturen, starke Schneefälle und intensiver Eisregen mit Rekord-Salzverbrauch im Jänner. Der Winter 2016/17 war zwar kein Extremwinter, aber der bei weitem stärkste der vergangenen vier Jahre. 550 Winterdienstmitarbeiter/innen sorgten trotzdem für sichere Straßen – in 146.500 Arbeitsstunden, davon 67.400 Stunden allein im Jänner, wurden rund 51.500 Tonnen Salz verbraucht.

„Dieser Winter war der stärkste der vergangen vier Jahre. Bereits Anfang November waren die Winterdienst-Mitarbeiter erstmals gefordert. In der Folge war der Winter dann allerdings bis Jahresende ähnlich schwach wie in den vergangenen Jahren auch. Dies änderte sich ab Anfang Jänner schlagartig. Tiefe Temperaturen und starke Schneefälle hielten die Kolleginnen und Kollegen im Winterdienst-Einsatz auf Trab. Ein wirklicher Rekordtag war dann der 31. Jänner, der uns einen fast 24 Stunden andauernden Eisregen bescherte. Der Kampf gegen die komplette Vereisung der Straßen führte zum bisher höchsten Streusalzverbrauch an einem Tag. Über 4.100 Tonnen mussten für die Sicherheit der Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer ausgebracht werden. Insgesamt mussten im Jänner 2017 an zwölf Tagen jeweils mehr als 1.000 Tonnen Salz gestreut werden. Trotz dieser sehr intensiven Winterdienstphase konnten wir die Herausforderung in Summe sehr gut meistern. Der Winter war nicht nur für unsere Winterdienstmitarbeiter/innen eine Belastung, sondern auch für die Verkehrsteilnehmer/innen und die Straßensubstanz. Ich danke unseren Mitarbeiter/innen, aber auch den Verkehrsteilnehmer/innen, die durch angepasste Fahrweise ihren Beitrag zur Verkehrssicherheit beigetragen haben“, zieht Landesrat  Mag. Steinkellner Bilanz.

Winter 2016/2017: Früher Beginn – Extremer Jänner – in Summe der stärkste Winter der vergangenen vier Jahre

Bereits die erste Novemberwoche brachte einen Vorgeschmack auf den Winter. In der Folge gab es bis zum Jahreswechsel kaum größere Niederschlagsmengen oder tiefe Temperaturen. Erst mit 2. Jänner 2017 setzte der Winter mit voller Wucht und nachhaltig ein. In der Zeit bis zum 17. Jänner wurden in Summe fast 23.000 Tonnen Streusalz verbraucht. Danach setzte eine etwas ruhigere Wetterphase ein, bevor der 31.Jänner alle bisherigen Rekorde brach. Über 4.100 Salz waren an diesem Tag mit permanentem Eisregen nötig, um die Verkehrssicherheit auf Oberösterreichs Straßen zu gewährleisten. In den Monaten Februar und März zeigte sich der Winter dann wieder eher durchschnittlich.

Der Winterdienst 2016/2017:

550 Winterdienstmitarbeiter/innen in den 31 Straßenmeistereien und rund 100 externe Einsatzkräfte sorgten im letzten Winter auf dem rund 6.000 Kilometer langen oberösterreichischen Landesstraßennetz für sichere Fahrverhältnisse und leisteten dabei in Summe 146.500 Einsatzstunden. Die Länge einer Räum- bzw. Streustrecke eines Winterdienstfahrzeuges beträgt rund 25 bis 30 Kilometer. Die dafür benötigte Umlaufzeit beträgt rund drei bis vier Stunden. Zu Beginn der Wintersaison 2016/2017 wurde ein Streusalzvorrat von 43.500 Tonnen vorgehalten. Durch ein vollautomatisches Bestellsystem wird für jeden der 106 Salzsilos das verbrauchte Salz automatisch wieder nachgeliefert.

Die extremen Wetterereignisse im Jänner führten in Summe zum verbrauchsstärksten Winter der letzten vier Jahre. Lediglich die Wintersaison 2012/13 war mit 74.400 Tonnen vom Verbrauch her noch stärker. Der durchschnittliche Tagesverbrauch betrug im Winter 2016/17 381 Tonnen. Im langjährigen Schnitt werden in Oberösterreich pro Winterdiensttag rund 340 Tonnen bzw. rund 46.000 Tonnen Streusalz jährlich verbraucht.

Streusalzverbräuche im Vergleich

Winter 2011/12 2012/13 2013/14 2014/15 2015/16 2016/17
Streusalzverbrauch 44.100 to 74.400 to 26.200 to 43.800 to 35.500 to 51.500 to

Tabelle: Land Oö.

Präventive Streuung mit erhöhtem Soleanteil bewährt sich – FS50 als Standard:

Extreme Wettersituationen erfordern naturgemäß einen intensiveren Winterdienst und bedingen auch höhere Streusalzmengen. Dennoch zeigt gerade der vergangene strenge Winter die Notwendigkeit, zwar so viel zu streuen wie für die Verkehrssicherheit erforderlich ist, aber eben auch so wenig als möglich, wenn dies ohne Gefahr möglich ist. Der in diesem Winter flächendeckend eingeführte Einsatz der Flüssigstreuung FS50 in der Präventivstreuung zeigt die Möglichkeiten einer effizienten und dennoch effektiven Salzstreuung. An Winterdiensttagen ohne Niederschläge gilt es, Glätte durch eine präventive Streuung mit hohem Soleanteil gar nicht erst entstehen zu lassen. Geringe Salzmengen, die während der Ausbringung mit 50 % Salzsole benetzt werden und so nachhaltig auf der Straße haften, reichen aus, um das Entstehen von Reifglätte zuverlässig zu verhindern. Eine kurative Streuung mit Trockensalz würde hier nicht nur eine höhere Streumenge erfordern, sondern auch zu gefährlichen Situationen während des Tauvorganges führen.

Frostschäden – eine unvermeidliche und teure Begleiterscheinung jedes Winters:

Frostschäden treten in jedem Winter vor allem am Ende der Wintersaison bzw. zu Beginn der Tauperiode auf. Ursache dafür sind Frost-Tau-Wechsel bzw. Wasser, das durch Risse in den Straßenkörper eindringt, gefriert und sich ausdehnt, wodurch Abplatzungen und Frostaufbrüche entstehen. Während der Winterperiode sind keine großflächigen Schadenssanierungen möglich. Aufgetretene Einzelschäden werden kurzfristig durch Verfüllung mit Kaltasphalt repariert. Jährlich müssen dafür rd. 4.000.000 Euro aufgewendet werden. Nach Ende der Winterperiode werden die frostgeschädigten Bereiche großflächig und dauerhaft saniert.