Landesrat Mag. Steinkellner: Statistiken zur Verkehrssicherheit 2017

Abnehmende Tendenz an tödlich verunglückten Verkehrsteilnehmer/innen

Im Zuge der Ausarbeitung des oberösterreichischen Verkehrssicherheitsprogramms 2016 – 2022 setzte man sich ambitionierte Ziele. „Mit unserem Programm und den darin verankerten Verkehrssicherheitsmaßnahmen haben wir uns zum mittelfristigen Ziel gesetzt, die Zahl der Verkehrstoten um 25%, der Verletzten um 20% und die Zahl der Unfälle um 10% zu reduzieren“, betont Landesrat für Infrastruktur Mag. Günther Steinkellner.

Abbildung 1: Tödlich verunglückte in Oberösterreich im Langzeitigen Verlauf Quelle: Land OÖ

„Jedes Todesopfer auf oberösterreichischen Straßen ist eines zu viel. Dennoch ist der langfriste Trend der abnehmenden Anzahl an tödlich verunglückten Unfallopfern positiv zur Kenntnis zu nehmen“, unterstreicht Landesrat Steinkellner. Auch im Kalenderjahr 2017 konnten aktuell weniger tödlich verunglückte im Vergleich zum Vorjahr 2016 gezählt werden. In der aktuellen Statistik, welche die jeweiligen Kalenderwochen 1 bis 49 vergleicht, mussten 77 tödlich verunglückte Personen registriert werden. Dies sind 8 Todesopfer weniger als im Vergleichszeitraum 2016. Gleichzeitig entspricht dies dem zweitniedrigsten Wert seit Führung der Statistiken.

Abbildung 2: Tödlich verunglückte in Oberösterreich der letzten 5 Jahre Quelle: Land OÖ

Umgelegt auf die jeweiligen Bezirke ergeben sich im Jahresvergleich nachfolgende Änderungen. Als positiv auffällig ergibt sich der Bezirk Urfahr Umgebung, in dem die Anzahl der tödlich Verunglückten Personen deutlich abgenommen hat, genauso wie im Bezirk Vöcklabruck.

Abbildung 3: Tödlich verunglückte in Oberösterreich nach Bezirken Quelle: Land OÖ

Oberösterreich konnte sich im Jahr 2017 als eines der verkehrssichersten Bundesländer in Relation zur Gesamtlänge des Straßennetzes etablieren. Mit 2,9 Verkehrstoten pro 1.000 Kilometer Straßennetz gilt Oberösterreich gemeinsam mit Niederösterreich als sicherstes Bundesland.

Abbildung 4: Verkehrstote pro 1.000 Kilometer Straßennetz 2017 (Vergleich KW 1 – KW 49) Quelle: BMVIT

Deutlich weniger Verkehrstote gab es in den Bereichen der Fußgänger und Radfahrer über 74 Jahre sowie im Bereich der Motorradunfälle. Insbesondere kam es hierbei in der Gruppe der Lenker unter 24 Jahren zu weniger Unfällen mit Todesfolge. Besonders durch das zielgruppenspezifische Angebot von Trainingskursen, Bewusstseinsbildungsmaßnahmen und durch die effiziente Überwachung von Motorrädern konnte eine Reduzierung erfolgen. Ebenfalls ist in diesem Zusammenhang die kontinuierliche Analyse von Motorradunfallhäufungsstellen im oberösterreichischen Straßennetz zu erwähnen. Besonders unfallträchtige Abschnitte werden regelmäßig mit einem Leitschienenunterfahrschutz ausgestattet, welcher die Folgewirkungen der Unfälle signifikant verbessert.

Abbildung 5: Im Straßenverkehr getötete nach Art der Verkehrsteilnahme (KW 1 bis 49) Quelle: Land OÖ

Abbildung 6: Getötete zw. 15 -24 Jahren in OÖ nach Fahrzeugarten (KW 1 – KW 49) Quelle: Land OÖ

Unachtsamkeit und nichtangepasste Geschwindigkeiten bleiben auch im Jahr 2017 die häufigsten Unfallursachen mit tödlichem Ausgang. Mehr als jeder zweite Unfall mit Todesfolge ist auf diese Unfallursachen zurückzuführen. Als große Gefahr hat sich besonders das ‚Handy am Steuer‘ etabliert. Für einen Handy-Lenker ist das Unfallrisiko fünfmal höher als für einen Nicht-Telefonierer. Die Ablenkung, welche daraus resultiert, ist etwa mit einem 0,8 Promille-Zustand oder sogar mehr vergleichbar. Pro Stunde werden in Österreich insgesamt 8.333 Kurznachrichten aus dem Auto geschrieben, bei der Annahme einer Ablenkung von ca. 5 Sekunden und einer Geschwindigkeit von 50 km/h wird in Österreich pro Stunde eine Distanz von 1.000 Kilometern im Blindflug zurückgelegt. Dies entspricht etwa 3 Mal der Entfernung zwischen Wien und Salzburg – pro Stunde. Pro Jahr würde sich daraus eine Distanz von 5,1 Millionen Kilometer ergeben. Dies entspricht rund 13 Mal der Wegentfernung zwischen Erde und Mond.

Abbildung 7: Unfallhauptursachen mit tödlichem Ausgang (KW 1 – KW 49) Quelle: Land OÖ

„Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert  hundertprozentige Aufmerksamkeit. Um dieses Bewusstsein bei Jugendlichen zu fördern, wird das Infrastrukturressort auch im kommenden Jahr bewusstseinsfördernde Maßnahmen hierfür ergreifen. So werden auch 2018 gemeinsam mit dem KFL kostenfreie Workshops für junge Verkehrsteilnehmer/innen in Schulen angeboten. Diese Präventivmaßnahmen sollen auf die Gefahren die durch Ablenkung entstehen können aufmerksam machen und folglich das Verhalten verbessern“, so Steinkellner abschließend.