Lehre bringt weniger als Mindestsicherung

Die Differenz zwischen Mindestsicherung und Lehrlingsentschädigung ist nach Ansicht der Industriellenvereinigung ein wesentlicher Grund dafür, dass Lehrstellen von jungen Asylberechtigten kaum angenommen werden.

Heimische Industrie-Leitbetriebe boten 25 Lehrstellen speziell für Asylberechtigte zwischen 16 und 25 Jahren an. Das AMS meldete rund 200 Leute, die für eine derartige Lehrstelle in Frage kommen würden. Zu den Informationsveranstaltungen kamen davon lediglich 70 Leute. Dabei zeigte sich, dass nur ein sehr geringer Teil davon Flüchtlinge waren. 35 Leute kamen schließlich in die engere Auswahl. Etliche sprangen jedoch ab, sodass letztlich nicht einmal alle 25 Lehrplätze besetzt werden konnten.

„Die Begründung war in vielen Fällen, dass die Mindestsicherung deutlich höher sei als die Lehrlingsentschädigung im ersten Lehrjahr. Das war für unsere Betriebe leider sehr ernüchternd“, sagt der Geschäftsführer der Industriellenvereinigung, Joachim Haindl-Grutsch gegenüber den „Oberösterreichischen Nachrichten“. Das Ausbildungsprojekt wolle man dennoch weiterführen, heißt es.

Kommentar zum Thema aus der „Kronen Zeitung“ (4. April 2016):

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