Millionenschaden durch E-Card-Missbrauch

Im Jahr 2005 wurde für den Bezug von Sozialversicherungsleistungen im Gesundheitswesen die E-Card eingeführt. Derzeit gibt es in Österreich rund 8,4 Millionen aktive Karten. Weil darauf kein Foto angebracht ist, kann die Krankenversicherungskarte nahezu problemlos weitergegeben und missbräuchlich verwendet werden. So machte sich etwa ein aus Gambia stammender Mann die Versicherungskarte seines Landsmannes für medizinische Behandlungen zu Nutze.

Ein Team der Wiener Gebietskrankenkasse hat in zwei Jahren 325 Betrugsfälle mit der E-Card aufgedeckt. Der Schaden soll rund 1,2 Millionen Euro betragen. Geld, das in anderen Bereichen des Gesundheitswesens für die Sicherstellung der Patientenversorgung dringend gebraucht wird. Neben dem finanziellen Schaden birgt der Kartenmissbrauch aber auch die Gefahr falscher Diagnosen aufgrund unterschiedlicher Gesundheitsdaten aller Personen, welche die Karte benützen.

Die Forderung der Freiheitlichen, ein Lichtbild auf der E-Card anzubringen und somit den Missbrauch einzudämmen, scheiterte bislang am Widerstand der Regierung. Zu teuer und umständlich sei das. Für FPÖ-Gesundheitssprecherin Brigitte Povysil ist diese Verweigerungshaltung unverständlich: „In vielen anderen Bereichen sind Mitgliedskarten mit Lichtbildern ausgestattet.“ Povysil hofft nun auf ein Umdenken bei den Regierungsparteien. Im Jahr 2013 wurden nach Informationen des Hauptverbandes übrigens genau 48.021 Karten als gestohlen gemeldet. Weitere 158.224 Karten wurden als verloren gemeldet.