Muslimische Mädchen müssen zum Schwimmunterricht mit Buben

Der Europäische Menschengerichtshof in Straßburg hat am Dienstag ein richtungsweisendes Urteil getroffen. Muslimische Mädchen müssen trotz religiöser Bedenken der Eltern am Schwimmunterricht mit Buben teilnehmen.

Jahrelang hatte sich ein türkisches Ehepaar aus der Schweiz geweigert, ihre Töchter am gemischten Schwimmunterricht teilnehmen zu lassen. Aus ihrer Sicht war es nicht mit ihrem Glauben vereinbar, dass die Töchter den Blicken der Jungen ausgesetzt waren. Die Behörde erlaubte das Tragen eines Burkinis und blieb in der Sache hart, als Vermittlungsversuche scheiterten. Wegen der hartnäckigen Weigerung der Eltern verhängte sie im Jahr 2010 sogar eine Geldstrafe.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte betonte in seiner Entscheidung, dass die Schule eine „spezielle Rolle im Integrationsprozess“ spiele. Es sei im Interesse der Kinder, an allen Bildungs- und Erziehungsangeboten teilzunehmen. Dieses gesamtgesellschaftliche Interesse wiege schwerer als die persönlichen religiösen Vorstellungen der Familie.

„Zu einer aktiven Integration gehört neben dem Erlernen der deutschen Sprache auch die Teilnahme am Sport- und Schwimmunterricht in der Schule. Das muss Teil der Integrationsvereinbarung sein. Wer sich weigert, sich unserer Kultur anzupassen und mangelnde Bereitschaft zur Integration zeigt, bricht unsere Regeln und muss mit Sanktionen rechnen“, kommentiert der oberösterreichische FPÖ-Landesparteiobmann und Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner das Urteil.