NAbg. DI Deimek: ÖBB zäumen Railjet am Semmering von hinten auf

Kernige Patzer häufen sich

Das Konzernmanagement der ÖBB rund um Christian Kern trifft regelmäßig Entscheidungen, die seidig kommuniziert, aber dennoch schwierig nachzuvollziehen sind. So wird etwa das vermeintliche Flaggschiff der ÖBB – der Railjet – im Bereich des Semmering dazu verwendet, die Garnituren zu schieben anstatt sie zu ziehen. Gegen die Empfehlung des Herstellers Siemens. „Hier würde ich mir etwas mehr Detailkenntnisse seitens Christian Kern wünschen. Sein Stab hätte hier längst einschreiten müssen“, kritisiert der FPÖ-Nationalratsabgeordnete und Verkehrssprecher Gerhard Deimek.

Auf der Nordrampe in Fahrtrichtung Süden wird der Railjet von hinten geschoben. Dies hat sinkenden Komfort für die Fahrgäste und massiv höheren Verschleiß und damit einhergehende Wartungskosten zur Folge. „Das Geld des Steuerzahlers wird hier buchstäblich abgeschliffen – gegen den Hausverstand und gegen die Empfehlung des Herstellers“, kritisiert Deimek. „Ich verstehe, dass die ÖBB ein großer Konzern sind. Aber bei dieser Führung wird sich die Bundesbahn nie nachhaltig finanziell gesund aufstellen können, ohne den Steuerzahler zu belasten oder weiter Fahrpreise zu erhöhen“, analysiert Deimek. „Hier kommt Christian Kern langfristig nicht um echte Detailkenntnisse herum. Leider ist der Semmering nicht der einzige Bereich, in dem die ÖBB das Pferd sprichwörtlich von hinten aufzäumen. Schöne Worte sind eben nicht genug – das sollte Herr Kern aus seiner Zeit beim Verbund wissen. Da soll ja augenscheinlich mancher kernige Patzer in Frankreich passiert sein“, schließt Deimek.