NAbg. Neubauer: Das Veneto spricht sich mit 89 Prozent für ein „Los von Rom“ aus

Das Recht auf Selbstbestimmung muss neben Venetien auch für Südtirol gelten!

„Auch wenn das Referendum in Venetien (noch) keine bindende Wirkung hat, eine heftige Signalwirkung Richtung Rom hat es allemal“, sagt der freiheitliche Südtirol-Sprecher NAbg. Werner Neubauer.

Viele Bewohner Venetiens haben sich offenbar mehrheitlich für eine Abspaltung der Region von Italien und die Gründung eines eigenen, unabhängigen Staates ausgesprochen. Von den mehr als zwei Millionen Teilnehmern haben innerhalb des einwöchigen Abstimmungszeitraums 89 Prozent für eine Sezession gestimmt. „Dem Initiatoren-Komitee unter dem Vorsitzenden Matteo Salvini, EU-Abgeordneter der Lega Nord, ist zu gratulieren!“, so Neubauer, „hat er doch die Zeichen der Zeit auch für Italien richtig erkannt.“

Unterstützt wurde die Unabhängigkeitsbewegung auch von Regionspräsidenten Luca Zaia und von der Separatistenpartei Lega Nord. Bei der Abstimmung wurden die Teilnehmer auch befragt, ob sie weiterhin Mitglied der Europäischen Union und der Nato sein wollen. Die Regionalregierung in Venetien nimmt das Abstimmungsergebnis nun als Anlass für eine politische Offensive: Sie will das Gesetz für ein Referendum nach der Zustimmung durch den Regionalrat ins nationale Parlament in Rom einbringen.

Das Recht auf Selbstbestimmung muss neben Venetien auch für Südtirol gelten!

Doch der Zug der selbstbestimmten Freiheit ist unaufhaltsam bereits in voller Fahrt. Europa wird sich die Frage gefallen lassen müssen, welche Erwartungshaltungen sie in den Menschen zwar geweckt, in den vergangenen Jahrzehnten diese einzulösen aber nicht gewillt oder sich auch außerstande sah, diesen Bedürfnissen zu entsprechen.

Der unbändige, teilweise Jahrhunderte alte Wunsch nach Selbstständigkeit wird auch vor Flandern, Schottland vor den Katalanen und eben auch vor Venetien nicht Halt machen. Der Wille nach Selbstbestimmung wächst in allen Bereichen von Ost nach West, weil in diesem Europa eben nicht alles zum Besten steht, wie man es uns immer noch glauben machen will. Es scheint, als entwickle sich die Geschichte Europas zu einem Paradoxon. Jene, die den Zerfall der Sowjetunion einst unter Gorbatschow forderten und in der Folge gemeinsam mit der deutschen Wieder-Vereinigung feierten, erhoffen sich jetzt von eben diesem Russland, jene Unterstützung zur Selbstbestimmung, die ihnen die dem ethischen Freiheits-Grundgedanken eigentlich verpflichtete Europäischen Union, nämlich verwehrt. Angstvoll verfolgt man selbst Bestrebungen, die eine Vergabe doppelter Staatsbürgerschaften für Menschen gleicher Herkunft fordern.

Jene ÖVP-Kreise, die eine Abschaffung der Nationalstaaten hin zu einem Bundesstaat EU fordern, spielen sich gerade bei diesem Thema besonders in den Vordergrund. Den Gedanken weiterentwickelnd ist diese Haltung der eigenen Idee jedoch geradezu kontraproduktiv für eine gesamteuropäische Idee.

„Es gilt nun für Südtirol die Gunst der Stunde zu nutzen und die Menschen auf die Durchführung der Selbstbestimmung vorzubereiten. Es wird auf Dauer nicht haltbar sein, einerseits ein Europa ohne Grenzen zu fordern und andererseits die Entstehung neuer Regionen und die Beseitigung von Unrechtsgrenzen verhindern zu wollen“, so Neubauer abschließend.