NAbg. Neubauer: EU misst mit zweierlei Maß

Recht auf Selbstbestimmung muss neben Venetien auch für Südtirol gelten!

„Auf die Halbinsel Krim und auf Venetien blickt dieser Tage gespannt die ganze Welt. Während die EU sich bezüglich des Referendums auf der ukrainischen Halbinsel Krim, bei dem sich 96,6 Prozent der Menschen für einen Beitritt zu Russland ausgesprochen haben, als Hüter der Moral aufspielt, gelten für europäische Freiheitsbestrebungen offenbar andere Regeln. So wurden von Seiten der EU zur Krim moralische und ethische Bedenken bezüglich des Referendums geäußert, es wurde sogar rechtlich als „illegal“ bezeichnet und widerspreche der ukrainischen Verfassung sowie internationalem Völkerrecht“, sagte heute der freiheitliche Südtirol-Sprecher NAbg. Werner Neubauer.

Wo sind nun diese moralischen und ethischen Bedenken, wenn die Völker bzw. Minderheiten in der EU ihr Recht auf Selbstbestimmung fordern? Hier zeigt sich das wahre Gesicht der EU und wie heuchlerisch sie gegenüber den Minderheiten in Europa agiert. „Wenn in Europa die Meinungsfreiheit, die Versammlungsfreiheit, das völkerrechtlich verankerte Recht auf Selbstbestimmung in Gefahr ist, bereitet dies in der EU niemandem Kopfzerbrechen, sogar Nachrichtensperren wurden bezüglich des heute beginnenden Referendums in Venetien verhängt, aus Angst die „Büchse der Pandora“ könnte geöffnet werden und der Funke des Freiheitsdrangs auf andere Völker Europas überspringen könnte“, kritisiert Neubauer.

Doch der Zug der Freiheit ist bereits auf der Halbinsel Krim gestartet und bahnt sich seinen Weg unaufhaltsam nach Europa. Er wird auch vor Flandern, Schottland vor den Katalanen und auch vor Venetien nicht halt machen. Der Wille nach Selbstbestimmung wächst in allen Bereichen von Ost nach West, weil in diesem Europa eben nicht alles zum Besten steht, sie man es uns immer glauben machen will. Und nun müssen wir uns die Frage stellen, wo der Unterschied liegt, zwischen diesen Minderheiten und unseren Landsleuten in Südtirol.

„Es gilt nun für Südtirol die Gunst der Stunde zu nutzen und die Menschen auf die Durchführung der Selbstbestimmung vorzubereiten. Es wird auf Dauer nicht haltbar sein, einerseits ein Europa ohne Grenzen zu fordern und andererseits die Entstehung neuer Regionen und die Beseitigung von Unrechtsgrenzen verhindern zu wollen“, so Neubauer abschließend.