NAbg. Neubauer: Schwarzer Tag für europäische Anti-Atom-Bestrebungen

Fünfter Reaktorblock in Dukovany (30 km von der österreichischen Grenze) geplant

„Hatten wir vor kurzem noch durch den Beschluss der tschechischen Regierung, den Ausbau der Blöcke 3 und 4 des Atomkraftwerks Temelin nicht durch öffentliche Gelder zu unterstützen, Grund zu vorsichtigem Optimismus, so ist heute, wenige Wochen danach nichts mehr davon übrig, ja das Gegenteil ist der Fall. Der Energiekonzert CEZ, auch Betreiber von Temelin, hat heute mit den ersten geologischen Untersuchungen für einen fünften Reaktorblock im Kraftwerk Dukovany begonnen, gleichzeitig ist eine Laufzeitverlängerung der übrigen vier schrottreifen Reaktoren vorgesehen“, stellte heute der freiheitliche Anti-Atom-Sprecher NAbg. Werner Neubauer entrüstet fest.

Dies ist angesichts des niedrigen Sicherheitsniveaus der Reaktorblöcke und der räumlichen Nähe zu unserem Bundesgebiet, 30 Kilometer zur österreichischen Grenze, ca. 120 Kilometer zur Bundeshauptstadt, ein absolutes Horrorszenario. Die halbherzigen Umweltverträglichkeitsprüfungen Tschechiens, sind uns bereits bekannt, hier ist keine ehrliche Prüfung zu erwarten. Gleichzeitig stellen diese Pläne auch einen meilenweiten Rückschritt in den europäischen Anti-Atom-Bemühungen dar. „Wieder einmal muss festgestellt werden, dass Tschechien aus den Fehlern der Vergangenheit, wie Tschernobyl und Fukushima, schlicht und einfach nichts lernt“, so Neubauer weiter.

Anhand der Ergebnisse der Stresstests empfahl die EU-Kommission, dass Notfallausrüstung entsprechend gelagert werden muss und Leitlinien für schwere Unfälle vorliegen müssen, insbesondere um Wasserstoff-Explosionen zu verhindern. Außerdem sollten Filter installiert werden, die ein Austreten von Radioaktivität beim Ablassen von Druck verhindern. Dass diese Empfehlungen bis zum heutigen Tag alle umgesetzt wurden, ist mehr als zweifelhaft. Die Unfallgefahr ist in Dukovany aber auch aufgrund der seismischen Gefahr groß und heimisches Bundesgebiet von einem Reaktorunfall unmittelbar betroffen. „Umweltminister Rupprechter ist nun gefordert, auf eine grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfung nach EU-Richtlinie zu bestehen und in weiterer Folge, jedes ihm zur Verfügung stehende rechtliche, politische und diplomatische Mittel auszuschöpfen, um diese tickende Zeit-Atom-Bombe an unserer Grenze zu verhindern“, so Neubauer abschließend.