NAbg. Podgorschek: Spindelegger setzt in Causa Hypo auf dubiosen Investmentbanker Notheis

Schutz der Steuerzahler für Finanzminister offensichtlich nachrangig

„Dass ausgerechnet Dirk Notheis die Bundesregierung jetzt in der Causa Hypo beraten soll, kann man bestenfalls als befremdlich bezeichnen“, kommentiert der freiheitliche Budgetsprecher Elmar Podgorschek die Berufung des ehemaligen Chefs der Investmentbank Morgan Stanley Dirk Notheis als Regierungsberater zur Hypo Alpe Adria durch Finanzminister Michael Spindelegger. Gegen Notheis laufen in Deutschland derzeit Ermittlungen wegen Beihilfe zur Untreue im Fall der Verstaatlichung des Energiekonzerns EnBW. Allein die Tatsache, dass gegen diesen neuen Berater gerade wegen Untreue im Zuge einer Verstaatlichung ermittelt werde, mache die Berufung unverständlich.

Wesentlich schwerer wiege jedoch Rolle, die Notheis bei der Verstaatlichung der Hypo Alpe Adria im Jahr 2009 gespielt hätte. „Notheis war damals Berater der BayernLB in Sachen Hypo Alpe Adria. Er hat den Bayern dabei geholfen, diese marode Bank der Republik Österreich anzudrehen. Es ist deswegen kaum anzunehmen, dass Herr Notheis jetzt plötzlich von mit ausgehandelte Vereinbarungen in Frage stellt“, so Podgorschek. Die Berufung von Notheis sei eher als Zugeständnis an die Großgläubiger zu sehen. Dass der ehemalige Bayern Berater und Investmentbanker jetzt plötzlich die Interessen der heimischen Steuerzahler vertreten solle, sei völlig unglaubwürdig. „Die Zeit der biblischen Wunder, in denen ein Saulus zum Paulus wird, ist vorbei. Herr Notheis ist für mich als Berater in der Causa Hypo völlig untragbar“, kritisiert Podgorschek. Spindelegger zeige damit aber erneut, dass ihm die Investoren wesentlich mehr am Herzen lägen als die Interessen der Steuerzahler.