EU-Abg. Mag. Obermayr: Türkei will in Deutschland Theaterstück verhindern

Völkermord an Armeniern sollte endlich geschichtlich aufgearbeitet werden!

Als „völlig vermessen“ bezeichnet der freiheitliche EU-Abgeordnete Mag. Franz Obermayr einen aktuellen Versuch der Türkei, in Deutschland die Aufführung eines Theaterstücks zu verhindern, welches den Völkermord der Türkei an den Armeniern beim Namen nennt. Für Obermayr sei dies nach der erst kürzlich erfolgten Abschaltung sozialer Netzwerke wie Youtube und Twitter der nächste Beleg für eine mangelnde EU-Reife der Türkei.

„Der türkische Generalkonsul in Karlsruhe hat tatsächlich massiv gegen das Stück ‚Das Märchen vom letzten Gedanken‘ interveniert!“ Als alles nichts genützt hat, habe jener schließlich verlangt, den Theaterbesuchern den Standpunkt der Türkei klarzumachen. „Die Türkei sollte sich aber lieber dazu aufmachen, das Massaker der Türkei an den Armeniern 1915/16 – und manche sprechen in diesem Zusammenhang auch von einem Genozid – endlich geschichtlich aufzuarbeiten“, setzt Obermayr fort.

„Die Art und Weise, wie die Türkei reagiert, wenn das Thema Völkermord an den Armeniern aufkommt, zeigt, dass es sich anscheinend um einen wunden Punkt der Türkei handelt. Es sollte aber eine Grundvoraussetzung für jeden EU-Beitritt darstellen, dass ein Kandidatenland keine ungelösten Konflikte mit seinen Nachbarstaaten hat. Im Falle der Türkei wäre das nämlich nicht nur Armenien alleine, sondern etwa auch das EU-Mitgliedsland Zypern“, meint Obermayr.