Oberösterreich als VOEST-Standort sichern

Die Energiepolitik der Europäischen Union könnte zum Sargnagel für den heimischen Stahlriesen VOEST werden. Das Unternehmen denkt derzeit offen über eine Absiedlung seiner Produktionsstandorte aus Österreich nach. „Wir kommen in Linz bei zwei von drei und in Donawitz bei beiden Hochöfen an des Ende des Lebens. Bis 2019/20 muss eine Entscheidung fallen“, konkretisiert Vorstandsvorsitzender Wolfgang Eder. Für die Standortfrage nennt er die Klima- bzw. Energiepolitik der EU als entscheidenden Faktor. Unternehmen in Europa hätten momentan durch viel zu aggressive Ziele der Emissionsreduktion und dem extrem kostspieligen Zertifikatehandel zu große Wettbewerbsnachteile. Zusätzlich würden die Steuerpolitik und Pensionssysteme die Kosten für die Produktion erhöhen.

FPÖ-Landesparteiobmann Manfred Haimbuchner forderte am Montag Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) auf, die „restriktive und realitätsfremde Industrie- und Energiepolitik der EU zu stoppen“. Es müsse alles daran gesetzt werden, dass der VOEST-Standort Linz und somit tausende Arbeitsplätze in Oberösterreich erhalten bleiben. Ziel der FPÖ sei ein Austritt Österreichs aus dem fragwürdigen Handel mit CO₂-Emissionszertifikaten (Kyoto-Abkommen). „Die Kyoto-Ziele haben sich längst überholt und sind nicht praxistauglich. Was bringt es, wenn unsere Industrie hunderte Millionen an Euro an Strafgeldern zahlt? Mit diesen Finanzmitteln könnten dringend benötigte Arbeitsplätze gesichert und geschaffen werden“, so Haimbuchner.