Oberösterreich im internationalen Drogensumpf

Die Drogenszene in Oberösterreich wächst unaufhaltsam. So stieg die Zahl der Straftatbestände, die mit Drogendelikten im Zusammenhang stehen, auch im Vorjahr weiter an. Wurden 2013 noch 4.545 Fälle registriert, waren es 2014 bereits 5.100.

Laut Informationen der Polizei steigt auch die Beschaffungs-, Begleit- und Folgekriminalität tendenziell an. Viele Eigentumsdelikte, vor allem Raubüberfälle auf Trafiken und Tankstellen, aber auch Kellereinbrüche und Fahrraddiebstähle, haben einen Drogenhintergrund.

„Wir müssen effektiv gegen den Drogenhandel im Land vorgehen. Drogen zu verharmlosen oder gleich zu ganz zu legalisieren, kann nicht die Lösung sein“, stellt der freiheitliche Klubobmann Günther Steinkellner klar.

Auffallend ist der mehrheitlich international geprägte Hintergrund der Suchtgiftszene. In einem Bericht der oberösterreichischen Polizei heißt es dazu:

„Der illegale Suchtmittelmarkt wird von verschiedenen Tätergruppierungen über mehrere Schmuggelrouten versorgt. Österreichische Täter handeln mit Methamphetamin, das aus Tschechien geschmuggelt wird. Kokain wird aus den Niederlanden, dem ehemaligen Jugoslawien und Spanien geschmuggelt. Substitutionsmittel werden in Österreich, zumeist aus Wien (sog. „Karlsplatzszene“) erworben und über den Großraum Wels bezogen bzw. gehandelt. Cannabiskraut wird meist selbst erzeugt.

Tschechische und vietnamesische Tätergruppierungen handeln mit Methamphetamin und Cannabiskraut aus Tschechien. Albanische Tätergruppierungen vertreiben Heroin und Kokain zumeist über die Balkan-Route nach Österreich und Ungarn. Tätergruppen aus Serbien und Montenegro dealen mit Cannabiskraut und Kokain, das über Ungarn nach Österreich und weiter in die Schweiz, nach Tschechien und Polen geliefert wird.

Westafrikanische Tätergruppen handeln mit allen Suchtmittelarten. Zu den Drogen gelangen sie über Suchtgifthändler in Wien und durch Beschaffungsfahrten in die Niederlande. Ägyptische Staatsangehörige handeln mit Cannabiskraut, das sie in Österreich und Spanien erwerben. Täter aus der Dominikanischen Republik dealen mit Kokain, das aus den Niederlanden, Spanien und Portugal bezogen wird.“