Oberösterreich in der Hand von Schlepperbanden

Seit der Öffnung der Grenzen im Zuge des Schengen-Abkommens häufen sich auch in Oberösterreich dramatisch die Fälle von aufgegriffenen Schlepperbanden. Diese Woche gab es in Wels einen Einsatz von Beamten der Spezialeinheit Cobra, die sechs Personen wegen des Verdachts auf Menschenhandel und Schlepperei bei einer Routinekontrolle festnahmen. FPÖ-Landesparteiobmann Manfred Haimbuchner verweist darauf, dass Oberösterreich mittlerweile das Zielland Nummer eins bei den Schlepperbanden ist. „Offenbar sind unsere Sozialleistungen für Asylwerber übermäßig attraktiv und großzügig“, so Haimbuchner.

Menschenhandel ist lukrativ

Menschenhandel entwickelt sich verstärkt zu einem der gewinnbringendsten Verbrechen. Gemäß des in Wien ansässigen Büros der Vereinten Nationen zur Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) machen kriminelle Netzwerke weltweit mit der „Ware Mensch“ einen Gewinn von 32 Milliarden Dollar pro Jahr. Etwa 2.800 Euro kostet die Reise vom Kosovo in die EU pro Person. Für ganze Familien gibt es einen „Fixpreis“ von rund 7.000 Euro.

Österreich ist durch seine Lage im Zentrum Europas von Menschenhandel als Transit- und Zielland besonders betroffen. Schätzungen der UNODOC zufolge sind in Österreich insbesondere der Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung sowie sklavereiähnliche Zustände bei Hausangestellten und Kinderhandel verbreitet.

Die österreichische Bundesregierung ernannte am 10. März 2009 die österreichische Diplomatin Elisabeth Tichy-Fisslberger zur ersten nationalen Koordinatorin zur Bekämpfung des Menschenhandels. Leider konnte diese Task-Force bisher keine spürbaren Fortschritte in der Bekämpfung des Menschenhandels und der Schlepperei machen. Ohne die Wiedereinführung der Grenzkontrollen und massiven Schwerpunktkontrollen auf Österreichs Transitwegen bleibt es bei Zufallstreffern, wie etwa diese Woche in Wels.