Polizei kämpft mit mehr Kriminalität und zu wenig Personal

Die Kriminalität in Oberösterreich ist im Vorjahr deutlich gestiegen. Insgesamt wurden 66.241 Delikte angezeigt, das entspricht einem Plus von 5,7 Prozent. Vor allem Verbrechen wie Körperverletzung, Nötigung und Drogenhandel wurden mehr. Jeder Dritte Tatverdächtige ist ein Fremder.

Die Exekutive hat aber nicht nur mit steigender Kriminalität zu kämpfen, sondern auch mit zu wenig Beamten. Oberösterreichs Polizei ist in fast allen Landesteilen unterbesetzt. Zum Stichtag 1. Oktober 2016 standen von insgesamt 3.446 Plan-Dienstposten nur 3.111,3 zur Verfügung. Das ist eine Lücke von etwa zehn Prozent.

In Linz sind von 661 Plan-Dienstposten nur 582,1 auf Vollzeitbasis verfügbar – 78,9 weniger als vorgesehen. Auch in Steyr fehlen fast 20 Polizeikräfte (119,8 von 139 Vollzeitdienstposten sind für den Regeldienst verfügbar). Einzig Wels verzeichnet mit 175,2 von 175 Dienstposten einen geringfügigen personellen Überstand. Die Zahlen stammen aus einer parlamentarischen Anfrage an Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP).

FPÖ-Sicherheitslandesrat Elmar Podgorschek fordert jetzt eine „rasche Auffüllung der eklatanten Personallücken“. Er habe bereits 2015 auf die Situation aufmerksam gemacht. „Unsere Polizistinnen und Polizisten leisten täglich eine wertvolle Arbeit für die Sicherheit unserer Bevölkerung. Es ist für mich unverständlich, dass mit der Sicherheit des Landes so verantwortungslos umgegangen wird“, zeigt sich Podgorschek verwundert.