Polizei und SPÖ: Ein Sittenbild

Die SPÖ biedert sich im Nationalrat als Steigbügelhalter des ÖVP-Innenministeriums bei der Abschaffung von Polizeiposten an. Außerdem sind von den roten Genossen wenig freundliche Töne in Richtung Polizei zu vernehmen.

„Irgendwo aus der Prärie“, kommen nämlich für den roten Polizeigewerkschaftsboss Harald Segall seine Kollegen aus Oberösterreich – für ihn nur „alte Landgendarmen, die halt jetzt auch Polizei heißen“. Das Protokoll einer Diskussion im Bezirksmuseum Wien-Mariahilf am 27. Februar 2014 dokumentiert rote Entgleisungen gegen die oberösterreichische Polizei. SPÖ-Gewerkschafter Segall macht die oberösterreichische Polizeiabordnung „Lentos“ für Sachschäden und Verletzte bei der NOWKR-Chaosdemo anlässlich des Wiener Akademikerballs mitverantwortlich. Er geißelt ihre Kompetenz: „Die kann man wo hinstellen, aber die bewegen sich nicht von der Stelle, weil die finden nie wieder zurück.“

Die SPÖ muss sich entschuldigen.

Der Sicherheitssprecher im oberösterreichischen Landtag, Alexander Nerat, und der Linzer Sicherheitsstadtrat Detlef Wimmer (beide FPÖ), stellen sich schützend vor die Polizeikameraden. „Die Unterstellung, Polizisten aus Oberösterreich würden sich in Wien nicht bewegen oder verirren, ist an Frechheit kaum zu überbieten“, zeigen sich Nerat und Wimmer fassungslos über die verbalen Entgleisungen Segalls. „Die Einsatz- und Leistungsbereitschaft unserer Polizisten in Oberösterreich sprechen für sich. Wer als führender Funktionär so über eigene Kollegen schimpft, offenbart ein katastrophales Sittenbild der roten Polizeigewerkschaft.“ SPÖ-Sicherheitssprecher Hermann Krenn – selbst Polizist und auch „Landgendarm, der sich in Wien verirrt“ – müsse sich nach Meinung der beiden FPÖ-Politiker von den Aussagen klar distanzieren.