Schulsprache Deutsch in Hausordnung

In Oberösterreich gibt es derzeit etwa 20.000 Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache. Bei einer Summe von etwa 100.000 Schülern entspricht dies einem Anteil von rund 20 Prozent. Der steigende Prozentsatz von Schülern mit mangelnden Deutschkenntnissen belegt dabei die Notwendigkeit, die deutsche Sprache als Schulsprache zu stärken.

Ein rechtliches Gutachten des Verfassungsdienstes der OÖ Landesregierung belegt nunmehr ganz eindeutig die Möglichkeit, Deutsch auch innerhalb der Pausen durchzusetzen. Neben der Abänderung des Schulunterrichtsgesetzes durch Mehrheitsentscheid im Nationalrat und der Veränderung der Schulordnung durch die Bildungsministerin, ist auch die Regelung innerhalb der jeweiligen Hausordnung der Schule ein gangbarer Weg. Dazu ist nur ein Beschluss im Schulgemeinschaftsausschuss notwendig, der Schüler-, Lehrer- und Elternvertreter umfasst.

Bereits am vergangenen Wochenende wurde dazu allen oberösterreichischen Schulen ein Formulierungsvorschlag vermittelt, welcher in die jeweilige Hausordnung aufgenommen werden soll. Dieser lautet: „Die Fähigkeiten jeder Schülerin und jedes Schülers sind für die Schulgemeinschaft wichtig und wertvoll. Schülerinnen und Schüler mit anderer Muttersprache wollen wir mit allen ihren Fähigkeiten in unser Schulleben integrieren. Um Vorurteile und Ausgrenzungen zu vermeiden, werden wir auch außerhalb des Unterrichts Deutsch als gemeinsame Sprache verwenden. Schüler, die unsere Sprache noch nicht so gut beherrschen, unterstützen wir beim Erlernen der deutschen Sprache.“

Für FPÖ-Klubobmann Herwig Mahr ist klar, dass „gerade in den Pausen, in denen zwischenmenschliche Begegnungen und Konversationen stattfinden, der Spracherwerb sehr leicht fällt. Dieser Tatsache wollen wir mit unserer Formulierung Rechnung tragen, denn mit der Sprachbeherrschung steigen schulische und berufliche Aufstiegsmöglichkeiten, damit gelingt Integration und wird Gruppenbildung vermieden.“