Sebastian „Kurz-sichtig“?

Vor wenigen Jahren tourte Sebastian Kurz mit seinem „Geilomobil“ durch Wien und warb mit Kondomen „Schwarz macht geil“ um Jungwähler. Genutzt hat das nichts. Die ÖVP rasselte bei der Wahl in ein historisches Tief. Als Bumerang kam die Sache zurück, als er als Staatssekretär in einem der höchsten Ämter unserer Republik installiert wurde.

Sebastian Kurz soll der ÖVP ein smartes, junges Auftreten verpassen. Doch schaut man genauer hin, sind sämtliche Aktionen von ihm sehr „Kurz-sichtig“.

Als Integrationsstaatssekretär hat er alles Mögliche versucht. Die sprachliche Frühförderung ist wohl der aktuellste Beweis für die kurzsichtige Herangehensweise: Fünf Millionen Euro an Förderungen für Kindergarten-Deutschkurse klingen medial pompös, sind aber nutzlos, wenn 85 Prozent der Kinder danach trotzdem kein Deutsch können. Und spätestens seit dem Erdogan-Auftritt im Juni ist jedem klar, dass der Integrationsstaatssekretär kein Wunder bewirkt hat.

Als Außenminister hat der 28-jährige gleich nach seiner Angelobung in der Ukraine-Krise durch Einseitigkeit geglänzt. Er traf sich zwar zu Gesprächen mit dem Oppositionsführer Vitali Klitschko und gratulierte im Weißen Haus dem Neo-Premier der Ukraine, doch der russische Standpunkt interessierte ihn kein bisschen. Neutralität? Fehlanzeige. Und das kommt nun auch zurück: Russland ist das drittwichtigste Herkunftsland für den Wiener Fremdenverkehr. Während in den letzten Jahren stetig mehr Nächtigungen russischer Gäste verzeichnet wurden, gab es heuer einen gewaltigen Einbruch. Der Wien-Tourismus vermeldete einen Rückgang der Nächtigungen von 22 Prozent. Von anderen großen Wirtschaftsprojekten, die der österreichischen Wirtschaft wegen seiner kurzsichtigen Außenpolitik vorenthalten werden, ganz zu schweigen.

Seit 1. März ist Kurz Bundesminister für Europa, Integration und Äußeres. Er bleibt bei seinem Steckenpferd „Integration“. Wir sind gespannt was ihm neben Ramadan-Wünschen an Moslems auf „Facebook“ sonst noch einfällt und wie sich seine „Kurz-Sichtigkeit“ entwickelt.