Stillstand im öffentlichen Verkehr beenden

Aus freiheitlicher Sicht herrscht beim öffentlichen Verkehr in Oberösterreich seit Jahren Stillstand. Bahnstrecken werden immer unattraktiver, die Verantwortlichen treten auf der Stelle. Seit Jahren wird über ein Schnellbahnsystem für den Zentralraum diskutiert. „Oberösterreich ist das einzige Bundesland ohne S-Bahnsystem“, kritisiert FPÖ-Landesrat Manfred Haimbuchner die Pläne der SPÖ, die eine „Regio-Tram“ ins Mühlviertel bauen will. „Wenn die Mühlkreisbahn die selbe Spurweite wie die Linzer Straßenbahn haben soll, wäre das eine reine Mogelpackung. Güterverkehr wäre damit unmöglich und Touristen könnten nicht einmal ein Fahrrad mitnehmen“, schildert Haimbuchner.

„Wir müssen rasch das Schicksal der heimischen Regionalbahnen klären. Die Gespräche über eine mögliche Übernahme vom Bund ziehen sich seit geraumer Zeit“, verweist FPÖ-Klubobmann Günther Steinkellner auf einen Antrag im Landtag zum Erhalt sämtlicher Regionalbahnen, der von allen Fraktionen angenommen wurde. Nach wie vor stehe hinter der Zukunft der Mühlkreis-, Almtal, Hausruck- und Aschacherbahn nämlich ein großes Fragezeichen, weil die Betriebsgarantie der ÖBB mit 2017 auslaufe. Außerdem leide die Infrastruktur unter den unterbliebenen Sanierungsmaßnahmen, was sich auch auf die aktuelle Reisegeschwindigkeit bzw. Fahrzeit auswirke. „Teils große Entfernungen der Bahnhöfe zu den Ortszentren ohne entsprechend ausgebildete Mobilitätsverknüpfungen (park&ride, Ortsbusse, etc.), parallelgeführte Buslinien und ein wenig attraktives Verkehrsangebot verschärfen die Lage zusätzlich“, sind für Steinkellner Gründe, warum die Bürger derzeit lieber auf das Auto zurückgreifen.
 
„Wir müssen hier das Rad nicht neu erfinden“, verweisen Haimbuchner und Steinkellner als Beispiel auf die Schweiz. Bei den Eidgenossen steht der öffentliche Verkehr hoch im Kurs. Das Bahnfahren wurde dort in der Vergangenheit konsequent und strukturiert attraktiviert. Dichte Taktverkehre auch an Tagesrandzeiten, umfassendes Marketing, durchdachte Mobilitätsverknüpfungen, zielgruppengerechte Angebote, zeitgemäße Qualität, gute Haltestellen und attraktive Preise haben zum Erfolg geführt. „Oberösterreich hat hier noch einiges aufzuholen“, sind sich die beiden FPÖ-Politiker einig.
 
S-Bahn-System für den Zentralraum

Ein Blick auf die Bahnkarte Oberösterreichs lässt sehr gut erkennen, dass auf Linz sechs Achsen sternförmig zulaufen. Die Nahverkehrsdrehscheibe Linzer Hauptbahnhof ließe sich ideal zu einem Knotenpunkt eines S-Bahn-Systems erweitern, das im Gesamtausbau den ganzen oberösterreichischen Zentralraum erfassen würde. Es ist erschreckend, dass Oberösterreich als einziges aller Bundesländer über kein S-Bahn-Netz verfügt. Abgesehen davon, dass dies erneut die Untätigkeit der vergangenen Jahre beweist, ist in diesem Zusammenhang die FPÖ-Forderung unmissverständlich: Der oberösterreichische Zentralraum braucht dringend ein funktionierendes S-Bahn-System, das alle Linien rund um Linz miteinander verbindet und eine leistungsfähige Alternative zum Individualverkehr bietet. Um diese Verkehrslösung zu erzielen, muss wiederum die Mühlkreisbahn bis zum Linzer Hauptbahnhof durchgebunden werden.