Türkischer Botschafter fordert Türkisch-Matura in Österreich

Während in den letzten Wochen und Monaten in Österreich und auch in Oberösterreich intensiv über fehlende Integration und mangelnde Integrationsbereitschaft diskutiert wird, lässt der türkische Botschafter in Österreich, Hasan Gögüs, in einem Interview mit den „Oberösterreichischen Nachrichten“ mit seiner Forderung nach Türkisch als Maturafach aufhorchen. Auf die Frage, wie er mit der Integrationspolitik in Österreich zufrieden sei, antwortete er: „Bevor man eine zweite Sprache lernt, muss man erst einmal seine Muttersprache lernen. Daher ist es für uns etwa ganz wichtig, dass Türkisch ein eigenes Maturafach wird.“

Haimbuchner: „Integrationspolitische Einbahnstraße“

„Wollen wir wirklich, dass sich die Probleme der bereits jetzt verfehlten Integrationspolitik verstärken? Eine Türkisch-Matura ist eine integrationspolitische Einbahnstraße“, erteilt FPÖ-Landesparteiobmann Manfred Haimbuchner dieser Forderung eine klare Absage. „Wir erzielen damit weder Chancengleichheit noch Gleichberechtigung der türkischen Mitbürger. Das hat nichts mit Weltoffenheit und Wahlfreiheit zu tun. Das ist ganz klar der Versuch, türkische Migranten mit wenig Aufwand zur Matura zu bringen“, kritisiert Haimbuchner.

Deutsch ist der Schlüssel zur Integration

„Die deutsche Sprache ist für uns der Schlüssel zur Integration und zur Gesellschaft. Das Erlernen der Landessprache ist das Wesentliche, darauf gilt es den Fokus zu legen. Denn Deutsch ist für eine entsprechende Ausbildung und ein gutes Zusammenleben unumgänglich“, erklärt Haimbuchner. Bereits jetzt gebe es massive Bildungsdefizite von Kindern, die dem Unterricht mangels Sprachkenntnisse nicht folgen könnten. „Wesentlich sinnvoller ist es, diesen Schülern vor der Teilnahme am Regelunterricht in eigenen Deutschklassen unsere Sprache zu vermitteln, damit sie in weiterer Folge dem Unterricht und der Unterrichtssprache Deutsch ausreichend folgen können“, bekräftigt Haimbuchner.

Schulkinder müssen Unterrichtssprache beherrschen

Auch die Eltern von Migrantenkindern müssen in die Pflicht genommen werden. „Wir müssen den Eltern die Bedeutung des frühen Spracherwerbs ihrer Kinder verdeutlichen. Wichtig ist auch eine Verpflichtung zur Kooperation. Können die Kinder ausreichend die Unterrichtssprache, steht einer erfolgreichen Bildungskarriere schon deutlich weniger im Weg. Vorrangiges Ziel muss sein, dass jedes Kind bei Schuleintritt die Unterrichtssprache beherrscht“, so Haimbuchner. Der freiheitliche Landeschef ist außerdem davon überzeugt, dass den Jugendlichen wesentlich mehr damit geholfen sei, Englisch, Französisch oder Spanisch zu lernen. Auch die Sprachen von Österreichs Nachbarländern sollten forciert werden. „Aber Zeit und Geld in das Erlernen von Türkisch zu investieren, führt uns von Europa weg“, so Haimbuchner.