Vermeintlich minderjährige Asylwerber sind oft schon erwachsen

Asylwerber aus Somalia, Pakistan oder Afghanistan geben sich als Minderjährige aus, sind in Wahrheit aber schon Mitte 30 und teils auch älter. Die Alterslüge von Flüchtlingen ist für die Polizei und das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl zu einem Problem geworden. Im Vorjahr bestand bei etwa 2.200 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen der begründete Verdacht, dass sie älter sind. Medizinische Tests brachten dann die Erkenntnis: 951 davon waren tatsächlich bereits erwachsen. Einige der „jungen“ Flüchtlinge waren demnach 35 Jahre oder sogar älter.

„Teilweise ist es absurd, uns sitzen Männer mit Vollbart und grau melierten Haaren gegenüber, die behaupten, 17 Jahre alt zu sein“, schildert ein Polizeibeamter aus Traiskirchen dem „Kurier“. Anscheinend hoffen die Flüchtlinge, in den Genuss einer bevorzugten Behandlung zu kommen, wenn sie als unbegleitete Minderjährige Asyl beantragen – beispielsweise was das Nachholen ihrer Familien, eine raschere Unterbringung in Österreich oder Rechtshilfe bei der Erstaufnahme betrifft. Nur mittels Nachweis durch medizinische Untersuchungen und Gutachten – die pro Fall 1.000 Euro kosten – können offensichtlich erwachsene Personen vor dem Gesetz als volljährig eingestuft werden. In Summe haben die Altersfeststellungen – abgesehen vom bürokratischen Aufwand – 2015 mehr als zwei Millionen Euro Kosten verursacht.

FPÖ und ÖVP haben in Oberösterreich bereits auf die „frisierten“ Altersangaben reagiert. „Verweigern vermeintlich unbegleitete minderjährige Flüchtlinge eine allfällige Altersfeststellung, sollen sie automatisch als volljährig eingestuft werden“, erklärt FPÖ-Landesparteiobmann und Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner.