Viel Steuergeld für Projekt gegen Essstörungen bei Migranten

In Österreich zeigt sich der Staat grundsätzlich großzügig, wenn es darum geht, Vereine und Projekte zu fördern. Dabei geht es bisweilen auch skurril zu und kostet den Steuerzahler sehr viel Geld. Besonders Projekte von Vereinen, die sich mit Migration, Ausländerrechten und Toleranz beschäftigen, werden bevorzugt von den Regierungsparteien in Bund und Ländern gefördert.

Dem Erfindungsreichtum der Vereinsverantwortlichen ist normalerweise keine Grenze gesetzt. Nur selten sorgt ein Förderansuchen wirklich für Kopfschütteln. Der Verein „MAIZ, Autonomes Zentrum von und für Migrantinnen“ in Linz schaffte es nun allerdings, mit seinem neuesten Projekt für Unverständnis zu sorgen: Es handelt sich um ein „Präventionsprojekt von und für Migrant_innen zur Auseinandersetzung mit hegemonialen Esssitten vor dem Hintergrund aller relevanten politisch-ökonomischen, gesundheitlichen, rassistischen und sexistischen, sozialen und alltagskulturellen Faktoren“.

Für ein solches Projekt verlangt MAIZ über zwei Jahre knapp 195.000 Euro. Der Fonds Gesundes Österreich hat bereits 115.000 Euro zugesagt. Soziallandesrätin Gertraud Jahn (SPÖ) lässt 20.000 Euro springen – auch bereits zugesagt. Ausständig sind die Förderzusagen für Essstörungen bei Migranten noch von Umweltlandesrat Rudi Anschober (Die Grünen) und Bildungslandesrätin Doris Hummer (ÖVP). In den beiden Ressorts hat der Verein ebenfalls jeweils rund 20.000 Euro beantragt.

Auch sonst weiß sich der Migrantenverein sehr gut im Förderdickicht von Bund und Land zu bewegen. Bei 42 hauptamtlichen Mitarbeitern bei MAIZ wird der Verein aus sieben verschiedenen Ländermitteln in Höhe von insgesamt 500.000 Euro gefördert. Dazu kommen noch Bundesförderungen.

FPÖ will Förderdschungel durchforsten

„Es ist höchste Zeit, den Förderdschungel in Österreich zu durchforsten und gewissen Vereinen die Mittel zu kürzen oder sogar zu streichen. Offenbar ist kein Projekt zu skurril, damit es nicht mit Steuergeld gefördert wird. Mit diesem Geld könnte man etwa die Sprachausbildung von Einwanderern verbessern, bevor man sich über sexistische Essgewohnheiten Gedanken macht“, regt FPÖ-Landesparteiobmann Manfred Haimbuchner an.