Welser Volksfest: Bereits elf Anzeigen

Laut jüngsten Medienberichten wurden mindestens elf Frauen am vergangenen Wochenende beim Welser Volksfest Opfer sexueller Attacken. Am Samstag ging man noch von lediglich drei Opfern aus. Die bisher bekannten Opfer sind zwischen 18 und 50 Jahre alt, alle trugen Dirndlkleider. Bekannt sind bereits fünf mutmaßliche Täter, jugendliche Asylwerber aus Afghanistan und ein 22-Jähriger Iraker. Mittlerweile spricht der Welser Stadtpolizeikommandant Klaus Hübner davon, dass es nach derzeitigem Ermittlungsstand noch mehr Männer gewesen sein könnten. „Bis jetzt wissen wir nicht, ob sie organisiert waren. Zeugen haben aber angegeben, dass sie sich abgesprochen haben“, so Hübner.

Im dichten Gedränge nützten die Täter die Wehrlosigkeit der Opfer aus, fassten den Frauen an die Brüste oder ans Gesäß. Auch von hinten wurde den Besucherinnen an die Geschlechtsteile gefasst. Ein weiterer Übergriff geschah am Sonntag früh. Einer 28-Jährigen wurde beim Verlassen des Volksfestes unter den Rock gegriffen. Die alarmierten Polizisten konnten als Täter einen 23-jährigen Asylwerber aus dem Irak aufgreifen. Er wurde – so wie alle anderen Verdächtigen – auf freiem Fuß angezeigt. Es drohen Haftstrafen bis zu sechs Monaten, „denn im Unterschied zur Kölner Silvesternacht wurden die Frauen nicht festgehalten und umzingelt“, erklärt Hübner, dass der Paragraph wegen unsittlichen Berührens und nicht wegen Nötigung zur Anwendung komme.

Ausgangssperre wird umgesetzt

Der für Sicherheitsfragen in Wels zuständige FPÖ-Vizebürgermeister Gerhard Kroiß hat am Montag ein Gespräch mit den Unterkunftgebern der Asylwerber geführt. In den zwei Welser Quartieren in der Bahnhofstraße und in der Hans-Sachs-Straße werden unbegleitete Minderjährige beherbergt. „Ich habe ich den Betreibern gesagt, dass die Welser Volksseele momentan ziemlich brodelt“, so Kroiß. Die Betreiber nehmen seinen Vorschlag in die Hausordnung auf, dass unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge von Mittwoch bis Sonntag – also bei der Fortsetzung der Welser Messe – bis 20 Uhr zu Hause sein müssen. Auch muss aus Sicht des Welser Sicherheitsreferenten der Unterkunftgeber in Zukunft stärker auf die Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen achten. „Unter den Tatverdächtigen war ein 15-Jähriger. Der hat um Mitternacht ohnehin nichts mehr auf der Straße zu suchen.“

Nach der Messe soll es einen runden Tisch mit Vertretern der Polizei, den Unterkunftsbetreibern und der Stadt Wels geben, kündigte Kroiß an. Derzeit müsse man schauen, „wie viele Opfer es tatsächlich gibt und was sich abgespielt hat.“ Unter den vermeintlichen Tätern waren laut Kroiß mehrere, die in Wels untergebracht sind.