Wer eine Wohnung will, muss Deutsch können

Nach Kärnten und Vorarlberg gilt nun auch in Oberösterreich, dass Wohnungswerber einen Nachweis von Deutschkenntnissen erbringen müssen. Die entsprechende Vergaberichtlinie gilt seit 12. Mai und die gemeinnützigen Genossenschaften haben diese Idee in ihren Richtlinien aufgegriffen. „Endlich wird der Nachweis von Sprachkenntnissen berücksichtigt“, ist Wohnbaulandesrat Manfred Haimbuchner überzeugt, dass mit dieser neuen Richtlinie Konfliktpotential deutlich entschärft wird.

In der Vergangenheit habe sich gezeigt, dass mangelnde Deutschkenntnisse häufig Grund für Konflikte innerhalb der Nachbarschaft darstellten. Als Nachweis der Kenntnisse genügen das Zeugnis der Integrationsvereinbarung oder bei der Wohnungswerbung festgestellte ausreichende Kenntnisse der Sprache von mindestens einer im Haushalt dauerhaft lebenden Person.

„Verfassungsrechtlich spricht nichts dagegen, die Vergabe von geförderten Wohnungen an Deutschkenntnisse des Wohnungswerbers zu verknüpfen“, so Haimbuchner. Bereits 2011 habe der Linzer Verwaltungsjurist Andreas Hauer von der Johannes-Kepler-Universität Linz in einem Gutachten dies bescheinigt.