Wirtesterben mit Ganzjahres-Schanigärten einbremsen

Seit Jahren wird darüber diskutiert: Sollen die Gastgärten starr geregelt offen halten dürfen? Oder soll es möglich sein, dass der Wirt selbst darüber entscheidet, wann er seine Gäste im Freien bewirten will. Die Linzer FPÖ-Gemeinderätin Anita Neubauer hat im Gemeinderat einstimmig durchgesetzt, dass Gastronomen nun ihre Schanigärten ganzjährig öffnen dürfen.

Wer im Freien ausschenkt, muss ohnehin Gebühren zahlen, weil öffentliches Gut benützt wird. Aus freiheitlicher Sicht sollte daher die Entscheidungsfreiheit gegeben sein, in welcher Zeit der jeweilige Betrieb einen Schanigarten anbietet. Kritik gibt es aber auch an den aktuellen Regelungen, die ein enormer Verwaltungsaufwand sind. Für heuer konnten geringfügige Verbesserungen erreicht werden und die Linzer Gastronomen dürfen erweitert auf Februar und November ihre Gäste auch außerhalb des Lokals mit Getränken und Co. versorgen. „Aber die Krux an der Sache: Nunmehr müssen für eine Saison drei Bewilligungen eingereicht werden. Das bringt nicht nur für die Unternehmer zusätzliche Kosten, auch für die Verwaltung“, erklärt Neubauer.

„Obwohl Menschen im Winter z.B. auf Christkindlmärkten durchaus im Freien und auf öffentlichem Gut Speisen und Getränke konsumieren dürfen, unterliegen die Schanigartensaison und der Gastgartenbetrieb in Linz derzeit einer terminlichen Einschränkung – ungeachtet der aktuellen Wetterstatistiken in Österreich, wo zwei sehr milde Winter in unmittelbarer Reihenfolge zu verzeichnen waren. Durch die aktuellen Regelungen wird unternehmerische Freiheit unterbunden sowie die Entwicklung der Wirtschaft und damit verbunden auch des Arbeitsmarkts behindert“, kritisiert Neubauer. „Im Zuge der nunmehr eingeleiteten Magistratsreform und einem sichtbaren ‚Wirtesterben‘ in Linz, ist es die Aufgabe der Politik, Rahmenbedingungen für die Gastronomie zu schaffen, die einer Verwaltungsvereinfachung entsprechen und für die Wirte in Linz noch in diesem Jahr eine sichtbare Verbesserung ermöglichen“, so Neubauer.