„Wirtschaftskompetenz“

Sie gehört zum Arsenal der medialen Totschlagevokabeln und der rot-schwarzen Regierungspolitiker: die „Wirtschaftskompetenz“. Die FPÖ hätte eine solche nicht, die Regierungserfahrung würde fehlen, da müssten schon richtige Experten aus den Kaderschmieden der ÖVP die Wirtschaft retten und Experten der SPÖ müssten den Menschen die Arbeitsplätze sichern.

Doch was zeichnet eigentlich ihre Kompetenz aus? 355.000 Arbeitslose? So viele wie noch nie in der Geschichte dieser Republik. Oder die rund 250 Milliarden Euro Staatsschulden? Oder der spekulative Casino-Sozialismus in Bezug auf heimische Unternehmen? Hier sei nur die VÖEST Linz beispielhaft für viele genannt.

Oder die Sanktionen gegen Russland? Die wie ein Bumerang auf uns zurück kommen, obwohl wir eigentlich ein neutrales Land wären. Wären! Denn unsere Experten ziehen es vor, jeden Kniefall vor der EU zu vollziehen und stellen ihre vermeintliche Kompetenz so anschaulich unter Beweis. Durch die Einfuhrsperre nach Russland können Schweine, Obst und Gemüse nicht mehr in eine ansonsten sichere Absatzregion geliefert werden. Jährlich werden Lebensmittel im Wert von rund 240 Millionen Euro nach Russland verkauft. Lebensmittelhersteller und heimische Bauern werden ihnen dankbar sein…

Und noch ein Detail kommt so nebenbei zur Sprache: Österreich ist kein Selbstversorger mehr. Wir sind bei Lebensmitteln vom Ausland abhängig. In Zeiten des totalen Überflusses. Der Grad der Selbstversorgung erreichte in Österreich bei Gemüse 68 Prozent, bei Obst 56 Prozent und bei pflanzlichen Ölen nur 30 Prozent. Bei Geflügel liegt der Selbstversorgungsgrad bei 73 Prozent, bei Eiern 82 Prozent und bei Butter bei nur 75 Prozent.

Wirtschaftskompetenz? Jaja, so streuen sie uns täglich Sand in die Augen.