Zahlt die Caritas Strafen aggressiver Asylanten?

Vier afghanische Asylwerber brachten am Dienstag den Zugverkehr von Linz nach Kirchdorf für kurze Zeit zum Erliegen. Nachdem sie vom Schaffner aufgefordert wurden, ihre Fahrscheine vorzuweisen, stellte sich heraus, dass einer der Asylwerber kein gültiges Ticket hatte. Daraufhin umzingelten und bedrängten die vier Männer den Zugbegleiter derart, dass dieser beim nächsten planmäßigen Halt im Bahnhof Nettingsdorf die Unterbrechung der Weiterfahrt veranlasste und die Polizei verständigte.

Vor dem Eintreffen der Polizisten flüchtete der unbekannte Schwarzfahrer. Die anderen drei Männer im Alter von 16, 19 und 20 Jahren blieben vor Ort. Der 16-Jährige verhielt sich während der Amtshandlung gegenüber den Beamten trotz mehrmaliger Abmahnung äußerst aggressiv. Gegen ihn wird Anzeige an die Bezirkshauptmannschaft Linz-Land erstattet. Bezüglich der Störung der öffentlichen Ordnung ergeht ebenfalls Anzeige an die Bezirkshauptmannschaft. Dahingehend rechtfertigte sich der 16-Jährige, dass er keine Strafe bekommen würde, da diese sowieso vom seinem Unterkunftgeber, der Caritas, bezahlt werden würde.

Der freiheitliche Klubobmann im oberösterreichischen Landtag, Herwig Mahr, will diese Aussage jetzt genauer überprüfen. „Übernimmt die Caritas in ihrer falsch verstandenen Toleranz tatsächlich Strafzahlungen von Asylwerbern und wenn ja, in welchem Ausmaß? Ein Grund mehr für uns, die Zahlungen an Asyl-Einrichtungen genauer zu durchleuchten und zu klären, wofür die Gelder der Steuerzahler eingesetzt werden.“

Zudem fordert Mahr verstärkte Sicherheitsmaßnahmen in öffentlichen Verkehrsmitteln, etwa eine flächendeckende, dauerhafte Videoüberwachung. „Neben der Abschreckung von Tätern und einer besseren Aufklärung von Straftaten können Überwachungskameras einen wichtigen Beitrag für das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung leisten.“

Caritas weist Vorwürfe zurück

Die Caritas dementiert, dass sie Strafen für betreute Asylwerber übernimmt. „Es ist ein Grundprinzip in der Betreuungs- und Beratungsarbeit in der Caritas, dass niemals Strafen für betreute Personen bezahlt werden. Es handelt sich daher bei dieser Aussage vielleicht um ein Wunschdenken des Betroffenen, das aber mit der Realität in keinem Zusammenhang steht. Asylwerber müssen für Fehlverhalten selbst rechtsstaatliche Konsequenzen tragen“, sagt Caritas-Sprecherin Maria Knapp.