Etwa 100.000 Illegale in Österreich untergetaucht

Letztes Jahr sollen sich 92.354 Menschen illegal in Österreich aufgehalten haben. Das ist eine Steigerung um 171 Prozent gegenüber 2014. Das ergab eine parlamentarische Anfrage, die das Team Stronach an das Innenministerium stellte. Verglichen mit dem Jahr 2010 beträgt das Plus sogar 464 Prozent. Die Dunkelziffer dürfte mangels geschlossener Grenzen und Kontrollen weitaus höher sein.

Wie Ministeriumssprecher Karl-Heinz Grundböck in der „Presse“ erklärt, handle es sich bei diesen Zahlen um alle Menschen, die ohne Aufenthaltsrecht aufgegriffen wurden. Mit inbegriffen seien dabei Mehrfachzählungen und Personen, die später einen Asylantrag gestellt haben. Bei wie vielen das der Fall war, könne jedoch mangels statistischer Erfassung nicht gesagt werden.

Ab September 2015 durchquerten jeden Tag zwischen 4.000 und 8.000 Flüchtlinge das Land. Da nur stichprobenartige Ein- und Ausreisekontrollen durchgeführt wurden, lässt sich ebenfalls nicht feststellen, wie viele davon das Land wieder verlassen haben. Dies sei, so die Tiroler Polizeisprecherin Astrid Mair, „ein zu hoher Aufwand“.

Das Innenministerium bestätigt, dass rund 20 Prozent der Asylwerber im Laufe des Asylverfahrens untertauchen. Das entspricht einer Summe von 90.000 Personen allein im letzten Jahr. Dazu kommen die Asylwerber, die in Deutschland abgelehnt und nach Österreich zurückgebracht werden. Wie viele davon untergetaucht sind, lässt sich jedoch ebenso wenig feststellen.

Der oberösterreichische Sicherheitslandesrat Elmar Podgorschek (FPÖ) übt angesichts der hohen Zahl an Illegalen im Land Kritik an Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP): „Wir brauchen endlich richtige Grenzkontrollen und lückenlose Registrierungen, um dieses Problem in den Griff zu bekommen.“