LAbg. Prim. Dr. Povysil: Einjährige Lehrpraxen erst 2027 – und keine Finanzierung in Sicht

FPÖ kritisiert Pro Forma-Lösung beim Bund – Österreich ist bei den Lehrpraxen europaweites Schlusslicht

„Die beim Bund jetzt beschlossene Novelle des Ärztegesetzes samt einjähriger Lehrpraxis für Allgemeinmediziner ist bestenfalls eine Pro Forma-Lösung“, ärgert sich FPÖ-Gesundheitssprecherin LAbg. Prim. Dr. Brigitte Povysil. „Die Finanzierung ist zur Gänze ungeklärt, außerdem sind die Übergangsfristen für die Einführung der verpflichtenden einjährigen Lehrpraxen bis 2027 deutlich zu lange.“

„Im Vorjahr kamen in Oberösterreich nur 18 Jungärzte in den Genuss dieser zumindest halbjährigen Ausbildung. Von ihnen bekommt man ausschließlich positive Rückmeldungen“, argumentiert Povysil. „Die FPÖ fordert seit langem die einjährige, verpflichtende Ausbildung, weil dies die beste Basisausbildung für Allgemeinmediziner darstellt.“

Beim Bund erkannte man zwar offenbar die Notwendigkeit, trotzdem kam es nur zu einer halbherzigen und unausgegorenen Lösung. So soll diese Maßnahme erst im Jahr 2027 umgesetzt werden, Finanzierung ist weit und breit keine in Sicht. Povysil: „Hier habe ich größte Bedenken, dass bis dahin etliche Novellen durchgeführt werden und die einjährige Ausbildung letztlich wieder am Geld scheitert.“

„In ganz Mitteleuropa sind die Lehrpraxen bestens etabliert, in Österreich hinkt man wieder einmal hinten nach. Kein Wunder, dass rund die Hälfte der bei uns ausgebildeten Jungärzte ins Ausland abwandern“, so Povysil. „Ein FPÖ-Antrag für die Finanzierung der verpflichtenden einjährigen Lehrpraxis darf nicht länger im Unterausschuss schubladisiert werden. Ich hoffe, dass die anderen Fraktionen jetzt die Dringlichkeit erkennen!“